Kuba sieht sich momentan mit einem gravierenden Treibstoffmangel konfrontiert, der nicht nur den Alltag der Bevölkerung, sondern auch den internationalen Reiseverkehr erheblich beeinträchtigt. Das Auswärtige Amt hat eine Warnung herausgegeben und rät von nicht notwendigen Reisen nach Kuba ab. Diese Situation betrifft insbesondere deutsche Urlauber, da die Reisegesellschaft Dertour von einer niedrigen dreistelligen Zahl betroffener Gäste berichtet, die sich auf der Insel aufhalten. Die Reisenden haben die Möglichkeit, ihre Aufenthalte entweder zu verkürzen oder früher nach Havanna zu reisen, um die Probleme zu umgehen. Die aktuellen Umstände sind äußerst besorgniserregend.

Die Lage auf Kuba ist geprägt von täglichen, mehrstündigen Stromausfällen, die den Alltag stark beeinträchtigen. Dies wirkt sich negativ auf wesentliche Dienstleistungen aus, darunter die Wasser- und Lebensmittelversorgung, den öffentlichen Nahverkehr sowie die Straßenbeleuchtung und Kommunikationssysteme. Die kubanische Luftfahrtbehörde hat sich noch nicht zu den Gründen für den akuten Treibstoffmangel geäußert.

Treibstoffmangel und Flugverkehr

Die Fluggesellschaften stehen vor massiven Herausforderungen aufgrund der verknappen Kraftstoffreserven. Laut fr.de hat die kubanische Airline Cubana de Aviación sämtliche Direktverbindungen zwischen Deutschland und Kuba bis mindestens Anfang März ausgesetzt. Zudem hat Air Canada ihre Flüge nach Kuba wegen eines akuten Kerosinmangels gestoppt, während WestJet ebenfalls ihre Verbindungen einschränkt. Air Canada plant, in den kommenden Tagen mit Leerflügen rund 3.000 gestrandete Kunden auszufliegen.

Die US-Ölblockade gegen Kuba sowie der Druck der US-Regierung haben die Situation weiter verschärft, da Kuba seit Dezember keine Öllieferungen mehr aus Venezuela erhält, dem einst größten Ölversorger der Insel. Mexiko hat ebenfalls seine Lieferungen eingestellt, was die Situation weiter eskalieren lässt. Viele Airlines müssen aufgrund des Treibstoffengpasses auf Tankstopps an anderen Flughäfen, wie z.B. in der Dominikanischen Republik, zurückgreifen. Trotz der Probleme sind US-Fluggesellschaften wie American Airlines nicht betroffen, da sie ausreichend Treibstoff für ihre Flüge von Florida aus mitführen.

Auswirkungen auf den Tourismus und die Bevölkerung

Die ausbleibenden Öllieferungen und der allgemeine Engpass haben bereits zu einem stagnierenden Tourismus geführt. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete Kuba einen Rückgang ausländischer Besucher um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders von Bedeutung ist der kanadische Tourismus, der als zweitgrößte Quelle direkter Investitionen in Kuba gilt. Die Grundversorgung auf der Insel ist ebenfalls nicht gewährleistet, was sich nicht nur auf die Bevölkerung, sondern auch auf die Touristen auswirkt. Regelmäßige Stromausfälle und Engpässe bei Medikamenten betreffen alle Lebensbereiche.

Reisende, die sich bereits in Kuba befinden, haben Rechte und können unter bestimmten Bedingungen ihre Reisen stornieren oder ändern. Die Reiseveranstalter müssen in solchen Fällen auch für die Rückreise Sorgen tragen und mögliche Mehrkosten übernehmen. Bei bevorstehenden Reisen nach Kuba ist es möglich, kostenfrei zu stornieren, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, auch wenn die derzeitige Reisewarnung des Auswärtigen Amts noch keine automatische Stornierung ermöglicht.

Die Situation auf Kuba bleibt angespannt. Reisende und die Regierung stehen vor der Herausforderung, einen Ausweg aus dieser Krise zu finden, die nicht nur den Luftverkehr, sondern auch das tägliche Leben der Menschen auf der Insel stark beeinflusst.