Bhutan, bekannt als das Land des Donnerdrachens, erlebt einen wachsenden Tourismustrend, trotz seiner hohen Kosten und der komplizierten Anreise. Der einzige internationale Flughafen des Landes, der Paro International Airport (PBH), liegt in einem engen Himalaja-Tal auf einer Höhe von 2.200 Metern. Dieser Flughafen gilt als einer der schwierigsten der Welt und stellt aufgrund seiner kurzen Landebahn und anspruchsvoller Wetterbedingungen eine echte Herausforderung für Piloten dar. Nur speziell geschulte Piloten dürfen hier bei Tageslicht landen und abheben, was zu einer hervorragenden Sicherheitsbilanz führt. Wie t-online.de berichtet, erfordert die Anreise ins Land häufig Umstiege in Metropolen wie Bangkok, Delhi oder Kathmandu, was die Gesamtreisezeit auf 12 bis 18 Stunden erhöht.
Die einzige Möglichkeit, flugtechnisch nach Bhutan zu gelangen, ist über die beiden Fluggesellschaften Druk Air und Bhutan Airlines. Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen mindestens einmal umsteigen, da es keine Direktflüge zu diesem faszinierenden Ziel gibt. Angegebene Flugzeiten variieren je nach Umstiegsort; ein Flieger nach Bangkok benötigt beispielsweise rund 11 Stunden, gefolgt von vier Stunden nach Paro. Die Flüge sind aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit häufig Monate im Voraus ausgebucht, besonders während der Hauptreisezeiten. Die Preise für Flüge aus den DACH-Staaten beginnen in der Economy etwa bei 400 bis 800 US-Dollar und können je nach Verfügbarkeit und Reisezeit erheblich variieren.
Erlebnisse und Kosten
Obwohl Bhutan als teuer gilt, bieten die einmaligen Erfahrungen, die Reisende hier machen können, einen unvergänglichen Wert. Yeishan Goel, Gründer von Himalayan Echoes, beschreibt Bhutan als „Medizin für erschöpfte, moderne Reisende“. Zu den empfohlenen Erlebnissen zählen private Segnungen mit hochrangigen Mönchen oder das gemeinsame Essen in einem abgelegenen Bauernhaus. Diese kulturellen Begegnungen hinterlassen oft stärkere Eindrücke als die großen Sehenswürdigkeiten des Landes. Zudem sind Motorradreisen und geführte Wanderungen besonders beliebt, wobei Motorradreisen nur in Begleitung eines einheimischen Guides möglich sind.
Bhutan erhebt auch eine Sustainable Development Fee (SDF) von 100 US-Dollar pro Nacht für internationale Reisende sowie eine einmalige Visumgebühr von 50 US-Dollar. Reisende sollten zudem bedenken, dass für Besuche außerhalb der Hauptstadt Thimphu und Paro ein lizensierter Reiseführer vorgeschrieben ist. Die Gesamtkosten für einen Aufenthalt in Bhutan liegen häufig zwischen 2.000 und 3.500 US-Dollar pro Person und Woche, abhängig von der Reisedauer und den individuellen Vorlieben.
Anreise und Infrastruktur
Die Infrastruktur am Paro International Airport ist im traditionellen bhutanischen Baustil gehalten und bietet grundlegende Einrichtungen wie Immigration, Visum-Kontrolle und ein kleines Café. Für Reisende, die mit dem Landweg anreisen möchten, stehen drei offizielle Grenzübergänge zu Indien zur Verfügung, wobei der Hauptübergang Phuentsholing ist. Diese Option ist günstiger, erfordert jedoch mehr Zeit und Planung.
Kurzfristig wird ein neuer internationaler Flughafen in Gelephu eröffnet werden, was es möglicherweise erleichtern könnte, Bhutan zu bereisen. In der Zwischenzeit bleibt Paro der zentrale Zugangspunkt für internationale Besucher, die die atemberaubenden Landschaften und die einzigartige Kultur des Landes erleben möchten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bhutan trotz der Herausforderungen und Kosten als ein außergewöhnliches Reiseziel gilt, das Naturliebhabern und kulturell Interessierten viel zu bieten hat. Ob beim Wandern zwischen den Gipfeln des Himalayas oder beim Erkunden der tiefen Traditionen, dieses Land bietet eine Flucht aus dem hektischen Alltag und die Möglichkeit zur inneren Reflexion.