Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov für die Postbank planen 66,3 Prozent der 2.110 Teilnehmer für das Jahr 2026, privat zu verreisen, und viele von ihnen sogar mehrmals. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich, dass die Deutschen zunehmend auf die Kosten ihrer Reisen achten. So gaben 50,3 Prozent der Befragten an, stärker auf die Ausgaben zu achten als in der Vergangenheit. Diese Tendenz führt dazu, dass 10,6 Prozent ihre Urlaubspläne deutlich reduziert haben. Hauptgrund für das Einsparen bei Reisen sind die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, die sich auch in den Verbraucherpreisen widerspiegeln, die im Januar 2026 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr anstiegen. Insbesondere Nahrungsmittelpreise und Dienstleistungen, einschließlich Pauschalreisen, haben überdurchschnittlich zugenommen. Ulrich Stephan von der Deutschen Bank betont, dass die Preissteigerungen der letzten Jahre weiterhin Einfluss auf das Verbraucherverhalten der Deutschen haben.

Ein Großteil der Befragten, nämlich 62,2 Prozent, plant, ihren Urlaub aus Ersparnissen zu finanzieren. Gleichzeitig nutzen nur 4 Prozent der Reisenden Dispo- oder Ratenkredite zur Finanzierung ihrer Reisen. Bei mehreren Reisen im Jahr geben 57,9 Prozent an, diese aus ihren laufenden Einnahmen zu bezahlen. Die Umfrage wurde in Deutschland zwischen dem 20. Oktober und dem 11. November 2025 durchgeführt und umfasst eine Gesamtheit von 1.001 Befragten. Diese Daten dienen als Grundlage für ein umfassenderes Bild des Reiseverhaltens in Deutschland.

Reisegewohnheiten im internationalen Vergleich

Die Ergebnisse aus den Umfragen zeigen auch einen umfassenden Kontext für das Verhalten deutscher Reisender im internationalen Vergleich. Laut YouGov waren die Daten nicht nur für Deutschland relevant; Analysen sind unter anderem auch für Australien, Kanada und das Vereinigte Königreich verfügbar. Diese internationalen Perspektiven werfen ein zusätzliches Licht auf die Trends, die sich innerhalb der verschiedenen Generationen abzeichnen, darunter die Generation Z (1997–2007), Millennials (1981–1996) und die Babyboomer+ (vor 1964).

Im Jahr 2024 unternahmen über 56 Millionen Deutsche eine Reise, wobei Deutschland im internationalen Vergleich den dritten Platz bei den Tourismusausgaben belegte, mit fast 112 Milliarden US-Dollar. Durchschnittlich gaben die Deutschen in diesem Jahr etwa 1.300 Euro für ihren Urlaub aus. Im Jahr 2025 war Deutschland das beliebteste Reiseziel für deutsche Reisende, wobei 29 Prozent der Befragten planten, im eigenen Land Urlaub zu machen.

Beliebtheit der Reiseziele

  • Beliebteste innerdeutsche Reiseziele: Bayern und Schleswig-Holstein
  • Beliebtestes europäisches Auslandsziel 2024: Spanien (9,1 Prozent der Reisenden)
  • Weitere beliebte Länder: Italien (7 Prozent), Türkei (knapp 6 Prozent)
  • 16 Prozent der Reisenden unternahmen eine Fernreise, wobei Asien die populärste Region war

Die häufigsten Urlaubsarten der Deutschen sind Bade- oder Strandurlaub, Erholungsreisen und Entspannungsurlaub. Im Hinblick auf die genutzten Verkehrsmittel ist das Flugzeug mit 45 Prozent das am häufigsten gewählte Transportmittel für Auslandsreisen. Zudem kommen 42,2 Prozent der Reisenden mit dem eigenen Fahrzeug an ihr Ziel.

Die Ergebnisse der Umfrage über das Reiseverhalten der Deutschen verdeutlichen nicht nur die finanziellen Herausforderungen, mit denen die Reisenden konfrontiert sind, sondern auch ihre Präferenzen und Prioritäten, wenn es um Reisen in den kommenden Jahren geht. Während die Lust auf das Reisen ungebrochen scheint, wird der finanzielle Aspekt immer zentraler.