Die Reise & Camping Messe in Essen, die vom 25. Februar bis 1. März 2026 stattfand, zieht tausende Besucher an und gilt als die größte Urlaubsmesse in Nordrhein-Westfalen. Mit rund 750 Ausstellern aus 18 Ländern konnten die Besucher eine Vielzahl von Informationen und Neuheiten rund um das mobile Reisen erleben. Laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft handelt es sich hierbei keineswegs um einen vorübergehenden Trend; die Zahl der Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen erreichte 2025 etwa 44,7 Millionen, was einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie entspricht. Auch die Zulassungszahlen von Wohnmobilen in Deutschland sind bemerkenswert, da erstmals über eine Million dieser Fahrzeuge registriert wurden.

Ein Highlight der Messe war die Präsentation des PENDER ebikelifters, einer Weltneuheit, die von Ralf Wegner aus Bochum entwickelt wurde. Dieses innovative System hebt schwerere E-Bikes bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm automatisch auf das Autodach und bietet somit eine praktische Lösung, da es bisher kein Hilfssystem für derartige E-Bikes gab. Der PENDER ebikelifter, der aus Edelstahl und Aluminium besteht, ist für 895 Euro erhältlich.

Kritik und Herausforderungen

Während die Messe zahlreiche Möglichkeiten zur Information bietet, gab es auch kritische Stimmen von Besuchern. So berichteten einige Teilnehmer von einem hohen Leerstand und einer geringeren Anzahl an Ausstellern als in den Vorjahren. Diese Wahrnehmung wurde vor allem mit den hohen Standgebühren in Verbindung gebracht, die als Grund für die geringe Attraktivität vermutet werden. Beispielsweise äußerte Maria M. am 3. März 2026, dass der Ticketverkauf und die Organisation in Ordnung seien, jedoch der Leerstand auffiel und einige Aussteller fehlten. Tom K. war enttäuscht von der Auswahl an Caravans und den hohen Preisen für Getränke, während Norbert S. anmerkte, dass es wenig Neuheiten bei Wohnmobilen gab; bekannte Hersteller waren kaum vertreten.

Insgesamt zeigt sich, dass Besucher wie Fritz M. ein unzureichendes Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Angeboten sahen, und Andreas W. plante laut eigener Aussage keinen weiteren Besuch, da die Anzahl der Aussteller enttäuschend war. Dies spiegelt sich auch in den Wünschen von Besuchern wider, die sich mehr Stände von Herstellern und eine bessere Sortierung von Zubehör gewünscht hätten.

Camping-Boom und Zukunftsperspektiven

Trotz der Kritik bleibt der Camping-Trend unverändert stark. Immer mehr Deutsche nutzen Campingplätze, wobei am häufigsten der Partner als Reisbegleiter gewählt wird. Deutschland ist als Urlaubsland beliebt, vor allem unter den Campern; Nordrhein-Westfalen führt die Liste mit den meisten Campingfreunden. Studien zeigen, dass 15,86 Prozent der Deutschen Camping bevorzugen, was eine vielversprechende Perspektive für die Branche darstellt. Die beliebtesten Reisemonate sind Juni, Juli und August, und ein Großteil der Camper gibt an, in den letzten Jahren häufiger unterwegs gewesen zu sein.

Der mobile Lebensstil, wie ihn Sven Mammach praktiziert, der seit vier Jahren in einem umgebauten Van lebt, zeigt die neue Freiheit, die viele Reisende suchen. Angesichts der steigenden Beliebtheit und der Möglichkeiten für naturnahe Erlebnisse könnte die Überwindung der Herausforderungen auf Messen und Ausstellungen entscheidend sein, um die Attraktivität für Aussteller und Besucher gleichermaßen zu erhöhen.