Am 8. März 2026, dem Internationalen Frauentag, wird der Fokus auf die außergewöhnlichen Frauen gerichtet, die nicht nur Geschichte geschrieben, sondern auch bedeutende Spuren in der Gegenwart hinterlassen haben. Viele dieser Geschichten sind oft nicht im Mittelpunkt traditioneller Städtereisen. Die Vielfalt an Orten in Europa, die die Kämpfe und Ideen dieser starken Frauen lebendig halten, wird in einem besonderen Roadtrip thematisiert, der von Italien über Deutschland nach Schweden führt. Unter den wichtigsten Stationen ist der Geburtsort der politischen Theoretikerin Hannah Arendt in Bozen, ein Ort, der mit ihrer beeindruckenden Philosophie eng verbunden ist.

Hannah Arendt, bekannt für ihr Markenzeichen-Zitat „Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen“, wird oft für ihre kritische Analyse des Eichmann-Prozesses erinnert. Dessen Hintergrund ist filmisch in „Hannah Arendt“, einem deutschen Spielfilm von Margarethe von Trotta, behandelt, der die Jahre 1960 bis 1964 beleuchtet. Der Film, in dem Barbara Sukowa die Hauptrolle spielt, dokumentiert die aufsehenerregenden Berichterstattungen über den Prozess und die Philosophie von Arendt, die in dieser Zeit eine zentrale Rolle spielte. Laut Wikipedia erregte ihre Analyse nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Widerstand. Dies wird in der Fassade des Finanzgebäudes in Bozen sichtbar, wo ihre Worte in drei Landessprachen zur Reflexion anregen.

Städte und ihre starken Frauen

Die Reise führt weiter nach München, wo die Gedenkstätte am Geschwister-Scholl-Platz an Sophie Scholl erinnert. Gemeinsam mit ihrem Bruder setzte sie sich 1943 gegen das NS-Regime ein, indem sie Flugblätter verteilte. Eine Dauerausstellung in der LMU widmet sich ihrem Widerstand und den damit verbundenen Idealen der Freiheit.

In Rüdesheim wird an Hildegard von Bingen erinnert, die im 12. Jahrhundert als Mystikerin und Komponistin wirkte. Ihr Kloster Rupertsberg bietet Veranstaltungen und Ausstellungen, die ihr Erbe lebendig halten. Weiter östlich, in Erfurt, steht eine Statue von Rosa Luxemburg, die für ihre revolutionären Ideen bekannt ist. Die Statue auf dem Rosa-Luxemburg-Platz zeugt von ihrem Zitat: „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“.

Weimar ist die Heimat von Käthe Kollwitz, deren lebensgroße Bronzestatue am Zeppelinplatz an ihr Werk als Grafikerin und Pazifistin erinnert. Clara Schumann, deren Porträt die 100-D-Mark-Banknote zierte, hat mit ihrem Gedenkstein im Schlosspark Lützschena einen weiteren Platz in der Erinnerung. Auch Caroline Herschel wird in Berlin geehrt, wo eine Skulptur auf dem Caroline-Herschel-Platz an die Pionierin der Astronomie erinnert.

Ein Roadtrip der Erinnerungen

Marlene Dietrich, eine Ikone des Glamours und des Widerstands, hat mit Erinnerungsstücken im Deutschen Kinemathek einen essenziellen Platz in Berlin, das auch zur Erinnerung an Clara Zetkin ein ehemaliges Wohnhaus in Birkenwerder beheimatet, welches mittlerweile als Museum fungiert. Schließlich führt der Weg nach Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren, der auch Museen für ihre Arbeit geweiht sind, insbesondere das Astrid Lindgren Museum.

Die Erinnerungsorte stehen stellvertretend für den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung. In Deutschland haben Frauen heute noch mit Herausforderungen wie dem Gender Pay Gap zu kämpfen, der 2024 einen Unterschied von rund 16% in den Verdiensten zwischen Männern und Frauen aufweist, während Gewalt gegen Frauen weiterhin ein bedeutendes Problem bleibt.

Um diesen Themen gerecht zu werden, bietet das Museum für Kommunikation in Berlin am 8. März 2026 eine Sonderführung mit dem Titel: „Herstory. Frauen in der Kommunikationsgeschichte“ an, die den Kampf und die Errungenschaften vieler starker Frauen beleuchtet. Durch diese Initiativen und den Roadtrip werden die Geschichten dieser bemerkenswerten Frauen nicht nur erzählt, sondern auch gefeiert.