Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) zieht ein positives Fazit nach ihrer fünftägigen Reise nach Indien. Der Besuch unterstreicht die wachsende Bedeutung Indiens als wirtschaftlicher Partner für die Hansestadt. Laut NDR erwartet die städtische Wirtschaftsförderung, Hamburg Invest, eine Ansiedlung weiterer indischer Firmen in der Elbmetropole.
In den letzten drei Jahren hat Hamburg Invest bereits zehn indische Unternehmen dabei unterstützt, sich in Hamburg niederzulassen. Rolf Strittmatter von Hamburg Invest berichtet von weiteren geplanten Ansiedlungen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Indien im Jahr 2019 mit einem Handelsvolumen von 2,6 Milliarden Euro der zehnthöchste Handelspartner für Hamburg wurde. Indien belegt damit Platz drei unter den außereuropäischen Handelspartnern, direkt hinter China und vor Japan, was die wachsende Relevanz des Landes für Hamburger Unternehmen verdeutlicht.
Wirtschaftlicher Austausch und Herausforderungen
Leonhard beschreibt Indien als ein Land im Aufbruch, das mit dem Wunsch nach Entwicklung konfrontiert ist. Allerdings stehen indische Unternehmen vor Herausforderungen, insbesondere im Bereich Infrastruktur- und Telekommunikationsausbau. Umso wichtiger ist das Freihandelsabkommen mit der EU, das als positives Signal für Hamburger Unternehmen angesehen wird. Tatsächlich wird Indien als einer der wichtigsten asiatischen Märkte für Hamburger Firmen betrachtet. Neben dem bereits erwähnten Handelsvolumen war der Containerverkehr mit indischen Häfen 2019 stark, mit 106.000 TEU im Direktverkehr, was einem Plus von 17 Prozent entspricht.
Um in diesem Wachstumsfeld aktiv zu sein, pflegen über 700 Hamburger Unternehmen Geschäftsbeziehungen nach Indien. Die Schwerpunktbranchen umfassen Groß- und Außenhandel, Logistik, Maschinenbau und elektronische Ausrüstungen. Auch das Engagement von 55 Hamburger Unternehmen, die bereits eine Niederlassung in Indien haben, zeigt den intensiven Austausch. Unternehmen wie Beiersdorff und Hapag-Lloyd sind hier erwähnenswert.
Initiativen und Netzwerk
Ein wichtiges Netzwerk zur Förderung der deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen ist der German-Indian Round Table (GIRT), der 2001 in Hamburg gegründet wurde. Er ist Initiator der India Week Hamburg, die seit 2007 zahlreiche Indien-Aktivitäten in die Stadt bringt. Weitere Akteure im Wirtschaftsdialog sind die Handelskammer Hamburg sowie die Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.
Eine besondere Anlaufstelle für Unternehmen, die in Indien Fuß fassen wollen, ist die Hamburg Repräsentanz Mumbai (HRM), die seit 2011 besteht. Die HRM bietet umfassende Beratungsdienste in Wirtschaft, Politik, Kultur und Bildung an und organisiert Delegationsreisen sowie Messebesuche.
Während sich die Beziehungen zwischen Hamburg und Indien weiter vertiefen, zeigt sich auch eine dynamische Entwicklung in der Bilanz der Investitionen. Hamburgs Unternehmen haben schätzungsweise über 100 Millionen Euro in Indien investiert. Anlässlich dieser positiven Entwicklungen steht nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Vordergrund, sondern auch der kulturelle Austausch, symbolisiert durch die ehrenamtlichen Bemühungen von Amita Desai, der Geschäftsführerin des Goethe-Zentrums, die für Hamburg in Hyderabad wirbt.
Hamburgs Zukunft im Handel mit Indien scheint vielversprechend, und die Hansestadt positioniert sich strategisch, um von den Chancen einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zu profitieren. Ermənistan