Der Hamburger Senat hat im Jahr 2025 mehr als 1,6 Millionen Euro für Reisen und Empfänge ausgegeben. Diese Ausgaben wurden in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion bekanntgegeben und spiegeln die Bemühungen der Stadt wider, ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken. Die teuerste Einzelveranstaltung war das traditionsreiche Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus, das über 205.000 Euro kostete.
Besonders ins Gewicht fiel die Delegationsreise des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher nach Kanada und Chicago, deren Kosten sich auf mehr als 170.000 Euro beliefen. Diese Summe umfasst auch die Sicherheitskosten für die Reise. Im Kontrast dazu kostete der Antrittsbesuch von Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank bei der EU-Kommission in Brüssel weniger als 1.000 Euro.
Auslandsreisen und Eingaben der Opposition
Insgesamt unternahmen Tschentscher und seine Senatsmitglieder 24 Auslandsreisen, wobei der Erste Bürgermeister mit acht Reisen, darunter auch nach Genf, Wien und Paris, die Liste anführt. Fünf Senatorinnen und Senatoren, darunter Kultursenator Carsten Brosda, reisten indes dienstlich nicht ins Ausland. CDU-Abgeordneter Richard Seelmaecker kritisierte, dass die Reisen konkrete Ergebnisse liefern müssten, insbesondere in Anbetracht der ausstehenden Wiederherstellung einer direkten Flugverbindung zwischen Hamburg und den USA.
Besonders die Linksfraktion äußerte Unmut über die städtischen Ausgaben und bemängelte die Abbaumaßnahmen von Hotelplätzen für Geflüchtete. Es wird zudem nichts von den Ausgaben zur Unterstützung der städtischen Häfen unter maritimen Koordinator Christoph Ploß erwähnt, der ebenfalls mehr Unterstützung für diese fordert.
Kosten der Reisen im Detail
Im Kontext jener teuren Reisen nimmt der Trip von Bürgermeister Tschentscher nach Kolumbien und Ecuador, der knapp 85.000 Euro kostete, eine besondere Stellung ein. Das Ziel dieser Reise war die Bildung einer internationalen Allianz gegen den Kokainschmuggel. Andere Reisen, wie die von Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard im September nach Kanada und den USA zur Förderung der Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff, belaufen sich auf über 22.000 Euro.
Umweltsenator Jens Kerstan reiste im Juli nach New York, um den Hamburger Nachhaltigkeitsbericht bei den UN vorzustellen, was knapp 11.500 Euro kostete. Seine Anwesenheit beim Weltklimagipfel in Dubai im Dezember schlug mit rund 7.700 Euro zu Buche. Der Verkehrs- und Mobilitätswendesenator Anjes Tjarks reiste im Februar nach Dubai und wies dafür Kosten von 10.500 Euro auf, während sein Trip nach Taiwan im März sogar fast 14.500 Euro kostete.
Zusätzlich organisierte die Stadt Hamburg kostspielige Veranstaltungen wie einen Verwaltungsfachkongress für 262.000 Euro, eine „Kooperationsveranstaltung Hamburg Fest 2023“ mit Ausgaben von 109.000 Euro sowie eine Sportgala am 27. Februar 2024, die mit 80.000 Euro zu Buche schlug. In diesem Zusammenhang hat die CDU die hohen Ausgaben kritisiert, insbesondere vor dem Hintergrund einer angekündigten Steuerlücke und dem Aufruf zur Haushaltsdisziplin. Der Senat verteidigte diese Ausgaben jedoch als notwendig für die Repräsentation Hamburgs und die internationale Einbindung der Stadt.
Angesichts dieser Entwicklungen wird deutlich, dass der Hamburger Senat intensiv an einer Stärkung seiner globalen Präsenz arbeitet, was jedoch auch auf Widerspruch in der politischen Landschaft der Stadt stößt.