Petra Miebach (59) und Michael Erlenmaier aus dem Vogelsbergkreis in Hessen erleben eine angespannten Situation auf ihrem Kreuzfahrtschiff „MeinSchiff4“, das derzeit in Abu Dhabi festliegt. Die Reise sollte als Vorab-Hochzeitsreise dienen, da das Paar für den Sommer plant, zu heiraten. Am Montag reisten sie nach Dubai, nachdem ihr Reisebüro die Reise genehmigt hatte. Doch der Vorfreude folgte ein besorgniserregendes Szenario, das die Reisenden in Alarmbereitschaft versetzt hat.
Der Luftraum über den Golf-Staaten ist wegen militärischer Eskalationen, insbesondere durch Angriffe des Iran auf US-Stützpunkte, gesperrt. Besonders dramatisch wurde die Lage am Samstag, als zwei Drohnen in Abu Dhabi einschlugen, während das Paar zu diesem Zeitpunkt auf Al Maya Island war. Nach den Einschlägen wurden alle Passagiere umgehend zurück aufs Schiff gerufen, was zu Verwirrung und Hektik führte.
Notfallmaßnahmen und Einschränkungen
Am Sonntagmittag kam es zu einem weiteren Zwischenfall, als in Hafennähe erneut eine Drohne einschlug. Petra Miebach äußerte ihre Angst über die Situation, die schließlich dazu führte, dass die Crew einen Notfallplan aktivierte. Die Passagiere wurden auf die mittleren Decks des Schiffs versammelt, und seither gilt die Aufforderung, den Aufenthalt im Freien zu meiden. Die Nutzung der Innenanlagen ist jedoch weiterhin gestattet.
Der Kapitän des Schiffs hält die Passagiere regelmäßig über die aktuelle Lage informiert, und die Versorgung mit Essen und Trinken ist sichergestellt. Die Situation wirkt sich nicht nur auf das Kreuzfahrtschiff aus, sondern führt auch zu massiven Einschränkungen im Luftverkehr. Über 450 Flüge an deutschen Flughäfen fallen bis zum 5. März aus, betroffen sind Verbindungen nach Abu Dhabi, Amman, Beirut, Doha, Dubai, Erbil, Sulaymaniyah und Tel Aviv.
Umfangreiche Auswirkungen auf den Luftverkehr
Rund 135.000 Passagiere dürften nicht wie geplant ihre Reisen antreten, darunter etwa 30.000 Kunden deutscher Reiseveranstalter. Wichtige Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha sind geschlossen oder stark eingeschränkt, was zu einem weitgehenden Stillstand des Luftverkehrs führt. Allein über 3.400 Flüge an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region wurden bereits gestrichen. Der Flughafen Dubai hat aufgrund iranischer Vergeltungsschläge auch Schäden erlitten.
Die Lufthansa hat entschieden, ihre Flüge in die Region bis einschließlich 8. März auszusetzen, darunter auch Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran. Des Weiteren werden die Lufträume über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar, Kuwait, Bahrain und Iran bis zu diesem Datum gemieden. Die Passagiere werden aufgefordert, sich über die Webseiten ihrer Airlines zu informieren und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu beachten.
Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder in der Region veröffentlicht. Reisende werden gebeten, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich über mögliche Ausreisemöglichkeiten zu informieren. Die Lage bleibt angespannt, und ungewisse Zeiten liegen vor den betroffenen Reisenden.
Für das Paar aus Hessen bleibt die Situation weiterhin herausfordernd. Trotz der Unsicherheiten hoffen sie, dass die Situation sich bald beruhigt und ihre Kreuzfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Doch bis dahin bleibt jede weitere Entwicklung von Bedeutung.
Wie die Berichte von soester-anzeiger.de und tagesschau.de verdeutlichen, ist die Lage in der Region weiterhin angespannt und stellt Reisende vor große Herausforderungen.