Im September 2025 besuchte eine Gruppe japanischer Tourismus-Studentinnen Kehl im Rahmen ihrer Parisreise. Die Gäste wurden von Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp in der Tourist-Information herzlich empfangen. Unter ihnen war auch Chieko Nakabasami, Professorin für Internationales Tourismusmanagement an der Toyo-Universität in Tokio, die in vergangen Jahren bereits mehrmals in Kehl zu Gast war.

Während ihres Besuchs tauschte sich Nakabasami intensiv mit Hodapp über den grenzüberschreitenden Tourismus aus. Sie stellte verschiedene Fragen zum Alltag, zur Kultur in einer Grenzregion sowie zur regionalen Identität. Bei diesem Austausch betonte Hodapp, dass über 30.000 Menschen täglich den Rhein überqueren – darunter etwa 4.000 Grenzpendler und rund 150 Schüler.

Tourismus und Integration

Hodapp informierte die Studentinnen darüber, dass täglich an Zählstellen in der Innenstadt bis zu 15.000 Passanten erfasst werden, einschließlich der Besucher aus Straßburg. Dabei unterstrich er, dass Kehl touristisch nicht in Konkurrenz zu Straßburg steht; stattdessen ergänzen sich die Angebote beider Städte. Kehl Marketing ist als Mitglied im Netzwerk der Elsässer Fremdenverkehrsämter ebenfalls aktiv in diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit eingebunden.

Ein bedeutendes Beispiel für die touristische Integration ist der Garten der zwei Ufer, der zur Landesgartenschau 2004 gestaltet wurde. Nakabasami lobte die Harmonie von Tourismus und Natur, die an diesem Ort spürbar ist. Der Garten ergänzt den Jardin des deux Rives in Straßburg und ist zu einer touristischen Attraktion beider Städte geworden.

Begegnungen über die Grenze hinweg

Nakabasami zeigte sich auch interessiert an Regionalismus-Ansätzen in Kehl, wie dem HanauerLandMarkt. Diese Initiativen machen die Region für Touristen und Besucher noch attraktiver. In ihrer Funktion als Professorin plant Nakabasami, ihre Erkenntnisse über nachhaltigen, grenzüberschreitenden Tourismus am Beispiel von Kehl und Straßburg bei einem Fachkongress im September 2026 in Turin zu präsentieren.

Die enge Verbindung zwischen Straßburg und Kehl geht über den Tourismus hinaus. Die beiden Städte, die durch vier Brücken verbunden sind, entwickeln eine stetige Zusammenarbeit zur Förderung eines grenzüberschreitenden Einzugsgebiets. Mit 272.000 Einwohnern in Straßburg und 35.000 in Kehl, darunter etwa 2.200 Franzosen in Kehl, spielt die grenzüberschreitende Kommunikation eine zentrale Rolle.

Gemeinsame Projekte für die Zukunft

Die Zusammenarbeit umfasst zahlreiche Projekte, darunter den Garten der zwei Ufer und den Eventkalender mit Veranstaltungen wie der Symphonie der Zwei Ufer. Auch eine deutsch-französische Kinderkrippe, die 2014 eingeweiht wurde, und die Straßenbahnlinie, die 2017 den Bahnhof Kehl mit dem Rathaus in Straßburg verbindet, sind Beispiele für erfolgreiche Kooperationen.

Vertreter beider Städte arbeiten zudem in Partnerschaften und Arbeitsgruppen, die sich mit Themen wie Umwelt, Sicherheit und kultureller Zusammenarbeit befassen. Die politische Zusammenarbeit wird durch jährliche Versammlungen der Gemeinderäte und die Kommission Straßburg-Kehl gestärkt. Dieses Engagement wird von der Mission Opérationnelle Transfrontalière unterstützt und gilt als Pilotprojekt für die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Ballungsraums auf europäischer Ebene.

Insgesamt zeigen die Aktivitäten und der Austausch zwischen Kehl und Straßburg, wie wichtig grenzüberschreitender Tourismus und die Integration beider Regionen sind. Die Synergien, die sich aus Zusammenarbeit ergeben, tragen zur Stärkung der regionalen Identität und des kulturellen Austauschs bei.