Die Debatte rund um Cashback-Modelle im Reisevertrieb nimmt immer drängendere Formen an. Thomas Bösl, Geschäftsführer der Reisebüro-Kooperation RTK, beschreibt die momentane Situation als „fürchterlich“ und fordert die Branche auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Chancengleichheit wiederherzustellen. Vor über 20 Jahren begann die Diskussion über Cashback, und auch bereits 2017/18 war das Thema bereits groß in den Medien vertreten. Bösl hebt hervor, wie sehr diese Rückvergütungen den stationären Vertrieb unter Druck setzen und spricht von einer Wettbewerbsverzerrung, die zu Lasten der beratenden Reisebüros geht.

In dieser kritischen Phase startet RTK die Kampagne „Reisebüro wirkt.“, die sich explizit gegen aggressive Cashback-Modelle im Reisemarkt richtet. Ziel der Kampagne ist es, den stationären Vertrieb zu stärken und die persönliche Beratung in den Vordergrund zu rücken. Bösl hebt dabei hervor, dass RTK auf Werte wie Kompetenz, Nähe, Vertrauen und Kundenbeziehungen setzt, statt auf Rückvergütungen. „Wir müssen den Mehrwert unserer Arbeit hervorheben“, so Bösl.

Kampagnen-Fokus und Strategien

Die Kampagne dient als Dach über bestehenden und neuen Initiativen, um die Relevanz der Reisebüros zu untermauern. Zu den zentralen Maßnahmen gehören eine Marketingkampagne mit dem Titel „Wieso Reisebüro?“ von Mein Reisebüro 24, die Implementierung eines KI-basierten Social-Media-Tools namens Viral Spoon, sowie die Einbindung von Proven-Expert-Bewertungen zur Stärkung der Kundenbindung. Außerdem plant RTK, die Payback-Partnerschaft zu erweitern, um ein Loyalitätsinstrument zu schaffen, das die Beziehung zu den Kunden fördert, anstatt nur auf Preisnachlässe zu setzen.

In den kommenden Monaten sind mehrere Veranstaltungsformate und Schulungsreisen für 2026 geplant, darunter der QTA-Reisesommer, die RTK-Dialogtage und ein neues Format namens „Destination Summit“. Der Fokus liegt hierbei auf der Weiterbildung der Reisebüros und dem Austausch von Spezialwissen, besonders auch durch die Beteiligung am französischen Marktführer Tour Com.

Brancheninterne Herausforderungen

Zusätzlich fordert er eine faire Provisionsstruktur und klare Regeln für Vertriebskanäle, um die Interessen der stationären Reisebüros besser zu vertreten. Er schlägt vor, dass diese ab der ersten Buchung mindestens elf Prozent Provision erhalten sollten, während die Provisionssätze für Onlineportale erheblich höher sind. „Wenn wir nicht handeln, könnte Cashback zum neuen Standard werden“, warnt Freeman.

Er appelliert an die Branche, solidarisch zu handeln und eine klare Trennung zwischen stationären Reisebüros, Online-Plattformen und branchenfremden Anbietern zu schaffen. Dabei betont er die Bedeutung der persönlichen Beratung und die Notwendigkeit, die Arbeit der Reisebüros nicht weiter zu entwerten.

Die Entwicklungen im Cashback-Bereich und die Reaktionen darauf verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen der stationäre Reisevertrieb steht. Die anhaltende Diskussion ist ein klarer Hinweis darauf, dass es neue Lösungen benötigt, um in der heutigen Zeit des Reisens weiterhin bestehen zu können.