Ab dem zweiten Halbjahr 2026 müssen Touristen für den Besuch des Kölner Doms ein Eintrittsgeld zahlen. Diese Entscheidung, die vom Domkapitel unter der Leitung von Dompropst Guido Assmann getroffen wurde, ist Teil eines notwendigen Schrittes zur finanziellen Stabilisierung der Kathedrale, die in den letzten Jahren mit stetig steigenden Kosten konfrontiert war.

Der Geschäftsführer der KölnTourismus GmbH, Jürgen Amann, äußerte Verständnis für die geplante Gebühreneinführung. Er betonte, dass die Einnahmen zur langfristigen Erhaltung des Kulturerbes beitragen sollen. Außerdem soll die Eintrittsgebühr helfen, die Besucherströme zu lenken und Menschenansammlungen zu vermeiden. Hatte der Zutritt zum Dom bisher im Großen und Ganzen keine Kosten verursacht, so sind ab sofort Änderungen notwendig, um den Herausforderungen durch steigende Sach- und Personalkosten entgegenzuwirken.

Finanzielle Belastung und Kostendeckung

Die täglichen Erhaltungskosten des im Jahr 1248 begonnenen Bauwerks belaufen sich auf etwa 23.200 Euro. Um diese Ausgaben zu decken, sind die Einnahmen aus Eintrittsgeldern unerlässlich, vor allem nachdem die Rücklagen des Doms „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht sind. Im Finanzbericht 2024 wurden etwa 14,2 Millionen Euro Gesamtausgaben und Einnahmen von circa 14 Millionen Euro ausgezeichnet, was ein Defizit von 240.000 Euro ergibt. Abzüglich der allgemeinen Ausgaben bleibt nur wenig Spielraum für unerwartete Ausgaben.

Die Eintrittsgebühr ist bislang noch nicht festgelegt, aber die Finanzlage erfordert eine zügige Umsetzung. Im Jahr 2020 betrugen die Verluste wegen der Corona-Pandemie 2,2 Millionen Euro, während in den letzten Jahren kontinuierlich höhere Ausgaben als Einnahmen verzeichnet wurden. Laut Domrendant Clemens van de Ven belasten insbesondere die Personalkosten, die über zwei Drittel der Gesamtausgaben ausmachen, die Kathedrale stark.

Besondere Regelungen für Gottesdienstbesucher

Trotz des neuen Eintrittsgeldes bleibt der Zugang zum Kölner Dom für Gottesdienstbesucher und Betende weiterhin kostenfrei. Auch Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben weiterhin freien Zugang. Bereiche, die zum stillen Gebet und zu Opferlichtern einladen, bleiben ebenfalls kostenlos zugänglich.

Der Kölner Dom, die bedeutendste Kirche Deutschlands und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes, beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Jährlich kommen rund sechs Millionen Besucher, von denen etwa 99 Prozent Touristen sind. Dies unterstreicht die Dringlichkeit von Maßnahmen, die sowohl der finanziellen als auch der sicherheitstechnischen Situation Rechnung tragen.

Zusätzlich wird das Domkapitel unangekündigte Sicherheitskontrollen an den Eingängen durchführen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Domschweizer und Mitarbeiter werden weiterhin für die Sicherheit und Ordnung im Dom sorgen.

Die Einnahmen aus dem Eintritt werden nicht nur zur Abdeckung der laufenden Kosten genutzt, sondern auch dazu, um die Attraktivität und den Erhalt des Doms für zukünftige Generationen zu sichern. In einem internationalen Vergleich ist der Eintritt in Kirchen in anderen Ländern, wie der Sagrada Família in Barcelona oder dem Stephansdom in Wien, üblicher. Der Kölner Dom steht nun vor der Herausforderung, diesen Schritt im Sinne der Erhaltung und Pflege der Kathedrale erfolgreich umzusetzen.