Der Kreuzfahrtmarkt zeigt sich weiterhin im Aufwind. Trotz der Herausforderungen, die die Branche in den letzten Jahren getroffen haben, wächst die Nachfrage stetig. Laut fvw.de wird die steigende Beliebtheit auch 2026 sichtbar, verbunden mit einer erhöhten Anzahl an in Dienst gestellten Schiffen. In diesem Zusammenhang findet am 12. März der Wissenstag Kreuzfahrten statt, der Markttrends und den Verkauf von Weltreisen thematisiert.
Im Rahmen dieser Veranstaltung werden große Reedereien wie TUI Cruises, MSC Cruises und Norwegian Cruise Line ihre neuen Kreuzfahrtschiffe vorstellen. Auch über ein Dutzend weitere Schiffe feiern in diesem Jahr Premiere. Der Wissenstag beginnt um 10:00 Uhr mit der Talk-Runde „Neue Schiffe, neue Routen, neue Trends“, an der prominente Vertreter der teilnehmenden Reedereien teilnehmen.
Marktentwicklung und Trends
Der deutsche Kreuzfahrtmarkt hat seit 2020 eine signifikante Erholung durchlaufen. Im Jahr 2025 wird mit einem Wachstum von etwa 8% im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Deutschland verbleibt mit rund 2,8 Millionen Passagieren jährlich der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt der Welt, gleich nach den USA. Die Branche generiert ein Umsatzvolumen von schätzungsweise 4,5 Milliarden Euro jährlich, wie reisebuch.de berichtet.
Besonders bemerkenswert ist die wachsende Nachfrage bei jüngeren Zielgruppen zwischen 25 und 45 Jahren, während der klassische Seniorenmarkt leicht rückläufig ist. AIDA Cruises bleibt mit einem Marktanteil von etwa 38% der Branchenführer, gefolgt von TUI Cruises mit etwa 25%. Nicko Cruises bedient mit 8% Marktanteil vor allem die ältere Zielgruppe.
Kreuzfahrtangebote und Preistrends
Die Auswahl an Kreuzfahrtangeboten ist äußerst vielfältig. AIDA bietet Kurztrips bereits ab 250 Euro pro Person an, während TUI Cruises seine Reisen ab 400 Euro verkauft. Luxuskreuzfahrten von Hapag-Lloyd kosten zwischen 15.000 und 80.000 Euro pro Person. Last-Minute-Buchungen sind im Trend und können Rabatte von bis zu 40% ermöglichen.
Besonders beliebt sind Balkonkabinen, die mittlerweile 60% aller Buchungen ausmachen. Die Hauptdestinationen deutscher Kreuzfahrer sind klar definiert: 35% der Reisen führen in die Ostsee, 30% ins Mittelmeer, gefolgt von den norwegischen Fjorden mit 15% und der Karibik mit 10%. Familien mit Kindern neigen zu Kurztrips, während Paare ab 50 Jahren häufig Langstreckenreisen bevorzugen.
Nachhaltigkeit und Herausforderungen
Angesichts eines wachsenden ökologischen Bewusstseins legt AIDA Cruises einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit: Im Jahr 2025 werden rund 150 Millionen Euro in Projekte investiert, die unter anderem die Landstromversorgung in 50% der europäischen Häfen und die Entwicklung von Brennstoffzellen-Technologie umfassen. Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass 65% der deutschen Kreuzfahrtgäste ökologische Kriterien bei der Wahl der Reederei berücksichtigen.
Die Branche sieht sich jedoch auch Herausforderungen gegenüber. Steigende Treibstoffpreise, besonders für LNG, wirken sich negativ aus. Zudem bleibt der Personalmangel mit 15% unbesetzten Stellen ein drängendes Problem. Regulatorische Anforderungen, wie der EU-Emissionshandel ab 2026, bringen zusätzliche Komplexität.
Die Zukunft des Kreuzfahrtmarktes erscheint optimistisch. Prognosen deuten auf ein jährliches Wachstum von 3-5% bis 2030 hin, insbesondere im Premium- und Luxussegment. Damit könnte der Anteil deutscher Kreuzfahrer an der Gesamtbevölkerung von 3,5% auf etwa 5% steigen.