In der Internationalen Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg findet zurzeit die Ausstellung „Am großen Strom“ statt. Diese zeigt die vielfältige Rolle von Flüssen in Landschaft, Mythen und als Metapher für das Leben. Aufgeführt werden Illustrationen aus Bildern der letzten 15 Jahre, die aus einer Vielzahl von Ländern stammen, darunter Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Georgien, Japan, Indien, Italien, Kolumbien, Korea, Nordmazedonien, Portugal, Schweden, Schweiz, Singapur, Slowakei, Spanien, Taiwan, USA und Vietnam. Die Ausstellung läuft bis zum 26. September und bietet damit eine großartige Gelegenheit, diese faszinierenden Werke zu erleben und mehr über die Bedeutung von Wasser in verschiedenen Kulturen zu erfahren.
Besondere Highlights sind die Illustrationen in der Foyergalerie. Diese stammen aus Thomas Müllers Werk „Eine Flusswanderung“ und zeigen heimische Gewässer. Zudem lädt ein Ruderboot im Raum die kleinen Besucher ein, aktiv zu spielen. Weiterführend zeigt der Treppenaufgang zur Wehrgang-Galerie eine Geschichte der Autorin Anabella López über einen Mann, der einen Fluss in eine Kiste sperrt, während das Buch „Donau – ein magischer Fluss“ von Michal Hvorecký von einem Hausen berichtet, der durch zehn Länder reist. Hauptsächlich bedroht, wurde der Hausen 2025 als „Fisch des Jahres“ ausgezeichnet.
Kulturelle Erzählungen und Umweltbewusstsein
Zusätzlich werden im Ausstellungsturm Werke von Peter Goes präsentiert, die Informationen über verschiedene Flüsse enthalten. Illustrationen kultureller Geschichten und Mythen sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil. Yolanda Mosquera gibt in „Die Stille des Wassers“ Einblick in Kindheitserinnerungen von José Saramago, während Sara Lundberg in „Niemand außer mir“ die Geschichte eines Jungen auf einem Schlauchboot erzählt. Ein weiteres zentrales Thema behandelt Zhuang Yongting in „Was ist mit dem Wildbach passiert?“ – hier stehen die Auswirkungen von Staudämmen auf natürliche Flussläufe im Fokus.
Die Ausstellung beleuchtet auch die Bedrohungen, denen Flüsse gegenüberstehen, wie Staudämme und Verschmutzung. Im Buch „The river that brings us life“ von Sarah Ang wird über Maßnahmen zur Reinigung des Singapore Flusses informiert. Interessante Leporellos, die verschiedene Flussläufe abbilden, sind ebenfalls ausgestellt, und tragen dazu bei, das Bewusstsein für den Schutz unserer Gewässer zu schärfen.
Interaktive Ansätze in der Umweltbildung
Parallel zur Ausstellung in Blutenburg findet die interaktive Wanderausstellung „Wasser in Stadt, Land, Fluss“ statt, die speziell für Kinder der 3. und 4. Klasse konzipiert wurde. Diese Ausstellung tourt durch Grundschulen in Bayern und besteht aus einem Eingangsportal sowie drei Stationen: Stadt, Land und Fluss. Diese ermöglichen es den Kindern, Wetterphänomene wie Hitze, Trockenheit, Starkregen und Hochwasser spielerisch zu erleben. Das Hauptziel ist es, Lösungen für eine sichere Wasserwelt für Natur und Lebewesen zu finden.
Botschafter-Figuren führen die Besucher durch die Ausstellung und stellen Fragen zur Wasseraufnahme in Städten, zu Flussverläufen und Fischwanderungen. Interaktive Bildschirme mit Rätselfragen fördern die Kreativität und das Nachdenken der Kinder. Auch diese Ausstellung ist selbsterklärend und wird kostenfrei in Bayern angeboten. Ein Bericht über die Ausstellung im Umweltbildungszentrum Augsburg im September 2024 belegt das Interesse und die Relevanz solcher Projekte im Bereich Umweltbildung.
Die Kombination aus künstlerischer Darstellung und interaktiver Bildung sorgt dafür, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene angesprochen werden. Während die Ausstellung „Am großen Strom“ zum Nachdenken über die kulturellen und ökologischen Dimensionen von Flüssen anregt, fördert die Wanderausstellung „Wasser in Stadt, Land, Fluss“ das Verständnis für die Bedeutung und den Schutz von Wasserressourcen in unserer Umwelt.