Seit Januar 2026 sieht sich Marokko mit heftigen Regenfällen und schwerwiegenden Überschwemmungen konfrontiert. Besonders betroffen ist dabei der Nordwesten des Landes, wo die Situation dramatisch ist. In der Stadt Ksar-el-Kebir, die von mehr als 125.000 Menschen bewohnt wird, mussten vorsorglich über 100.000 Einwohner evakuiert werden. Dies berichtete der ADAC.

Die Wassermassen haben nicht nur erhebliche materielle Schäden verursacht, sondern auch Menschenleben gefordert. Es gibt Berichte über gebrochene Straßen- und Zugverbindungen sowie über unterbrochene Strom-, Internet- und Wasserversorgung. Ein Bauer beschreibt die schwierige Lage und äußert Bedenken bezüglich möglicher Entschädigungen. Die Rettungskräfte sind im Einsatz und bringen Menschen von Dächern mit Booten und Jet-Skis in Sicherheit. Diese dramatischen Szenen sind auf Video festgehalten und verdeutlichen den Ernst der Lage.

Rettungsmaßnahmen und Lebensbedingungen

Um den Evakuierten eine sichere Unterkunft zu bieten, hat das Militär Zeltlager in der Provinz Sidi Slimane eingerichtet. Dort leben über 500 Familien unter schwierigen Bedingungen, während die Wettervorhersagen bis zur Mitte der kommenden Woche weiteren Regen prognostizieren. König Mohammed VI. mobilisierte das Militär zum Schutz der Zivilbevölkerung, um die Zahl der Todesopfer zu minimieren und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.

Obwohl die Lage sich allmählich stabilisiert, bleiben große Teile des Nordwestens Marokkos in einem kritischen Zustand. Die lokalen Behörden haben mehrere Provinzen zu Katastrophengebieten erklärt und ein Hilfsprogramm mit einem Budget von umgerechnet 276 Millionen Euro ins Leben gerufen, um die betroffenen Regionen zu unterstützen.

Rechte der Reisenden

Für Reisende, die in die betroffenen Gebiete reisen möchten oder sich dort aufhalten, hat der ADAC wichtige Informationen veröffentlicht. Reiseveranstalter können Verträge nach Reisebeginn nicht wegen außergewöhnlicher Umstände kündigen. Reisende haben das Recht, ihre Reise zu kündigen, sollten jedoch bereits verbrauchte Reisetage zahlen. Zudem muss der Veranstalter die Rückreise sicherstellen und verpflichtet sich, unterstützende Maßnahmen zu ergreifen, etwa bei Gesundheitsdiensten.

Individualreisende hingegen haben eingeschränkte Stornierungsoptionen. Einzelne Buchungen können nicht kostenfrei storniert werden, solange die Unterkunft zugänglich und bewohnbar ist. Eine kostenfreie Stornierung ist nur möglich, wenn die Leistung nicht erbracht werden kann, etwa weil ein Hotel wegen Überschwemmungen evakuiert wurde.

Die Situation bleibt angespannt, während die Menschen in Marokko weiterhin unter den Folgen der extremen Wetterbedingungen leiden. Neben den unmittelbaren Herausforderungen bereiten sich die Behörden auf mögliche weitere Maßnahmen vor, da ein neuer Wetterumschwung bevorsteht.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Geschehnissen in Marokko, siehe auch die Berichterstattung von Tagesschau.