In einem bemerkenswerten Auftakt für ein Wochenende voller Fußballreisen haben Fans sowohl des FC Bayern München als auch des TSV 1860 München am 20. Februar 2026 in Harmonie ihre Reisen nach Norddeutschland begonnen. Während der FC Bayern sein Spiel gegen Werder Bremen um 15:30 Uhr bestreitet, tritt der TSV 1860 um 14:00 Uhr gegen den SV Havelse in Hannover an. Die Abfahrt von Münchens Hauptbahnhof verlief besonnen, und die Sicherheitslage an den Zwischenstationen blieb stabil.
Besonders hervorzuheben ist das positive Verhalten der Fans. Die Bundespolizei lobte das Auftreten der Besucher gegenüber der Abendzeitung München. Es gab weder Sachbeschädigungen noch Gewalt gegen Personen zu verzeichnen. Angestellte in den genutzten Zügen äußerten sich ebenfalls zufrieden über den Aufenthalt der Fußballanhänger. Diese positive Entwicklung könnte auf einen möglichen Strategiewechsel der Polizei im Umgang mit Fangruppen hinweisen, denn traditionelle Sicherheitsansätze scheinen zunehmend hinterfragt zu werden.
Die Rolle der Fanprojekte
Die erfolgreiche Abstinenz von Ausschreitungen am genannten Wochenende könnte auch die Ergebnisse der langjährigen Fanprojekte widerspiegeln. Diese Initiativen gibt es seit über 30 Jahren und sie haben sich als wirksame Maßnahme zur Prävention von Gewalttaten im Umfeld von Fußballspielen etabliert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben im Herbst 2022 die finanzielle Unterstützung solcher Projekte vorgeschlagen, um die Sicherheit bei Spielen zu erhöhen. Dennoch gibt es Skepsis, wie der sächsische Innenminister Armin Schuster anmerkte. Er betonte, dass die direkte Wirkung dieser Projekte auf die Sicherheitslage schwer nachweisbar sei.
Die Finanzierung dieser wichtigen Projekte speist sich zur Hälfte aus öffentlichen Geldern von Ländern und Kommunen, während der DFB und die DFL jeden Euro der finanziellen Unterstützung verdoppeln. Michael Gabriel, der Leiter der Koordinierungsstelle der Fanprojekte, legt Wert darauf, dass die Arbeit nicht nur auf Sicherheit abzielt, sondern auch langfristige Persönlichkeitsentwicklung fördert. Hinzu kommt die Suchtprävention und Beratung, die Fanprojekte anbieten, die für viele schwer erreichbare Fans von Bedeutung ist. Polizeibeamte haben empfohlen, den Erfolg der Projekte nicht ausschließlich an Sicherheitsstörungen an Spieltagen zu messen, da präventive Maßnahmen oft ergebnislos bleiben, aber dennoch von großer Bedeutung sind.
Doch der finanziellen Unterstützung steht eine unsichere Zukunft gegenüber. Derzeit herrscht Stillstand bei der Finanzierung, da die zuständigen Verbände auf öffentliche Gelder angewiesen sind, die aufgrund von Sparmaßnahmen begrenzt sind. In diesem Kontext ist die Forderung von Schuster nach einer kritischen Auswirkungsanalyse der Fanprojekte besonders brisant.
Ausschreitungen in der Vergangenheit
Trotz dieser positiven Nachrichten bleibt der Kontext von Fangewalt besorgniserregend. Insider berichten von einer zunehmenden Gewaltfaszination in den Fankurven, während einige Standorte einen Rechtsruck erleben. Vorfälle wie Überfälle auf Fanbusse und Sonderzüge zeigen, dass die Gewaltbereitschaft unter Fans ansteigt. Während der DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Arbeit der Fanprojekte unterstützt, mahnen Kritiker, dass ein kontinuierliches Monitoring der Sicherheitslage nötig sei, um die Zukunft dieser Projekte zu sichern.
Die Ereignisse rund um die Reisen der Münchener Fans zeigen, dass positive Entwicklungen im Rahmen der Fanarbeit möglich sind, doch die Herausforderungen bleiben groß. Ein konstruktiver Austausch zwischen Fans, Clubs und Sicherheitsbehörden ist entscheidend, um die Sicherheit im Fußball und in den Verkehrsmitteln weiterhin zu gewährleisten.
Mehr zu diesen Entwicklungen finden Sie im Bericht von Merkur und im Artikel von Deutschlandfunk.