Niedersachsen hat im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Aufschwung im Tourismus erlebt. Erstmals seit der Corona-Pandemie liegt die Zahl der Gäste und Übernachtungen über dem Niveau von 2019. Fast sechs Millionen Gäste und rund 47 Millionen Übernachtungen wurden verzeichnet, was den höchsten Stand in der Geschichte des Bundeslandes darstellt. NDR berichtet, dass die Gästezahlen um 2,5 Prozent und die Übernachtungen um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben.

Im Vergleich zu 2024 stiegen die Gästezahlen sogar um 2,6 Prozent, während die Übernachtungen um 1,8 Prozent zunahmen. Dies markiert das fünfte Wachstumsjahr in Folge für Niedersachsen und unterstreicht die positive Entwicklung der Branche. Mit diesen Zahlen belegt Niedersachsen den vierten Platz im bundesweiten Vergleich der Tourismuszahlen.

Camping-Tourismus im Aufwind

Besonders auffällig ist das Wachstum im Camping-Tourismus. Hier gab es einen Zuwachs von 5,5 Prozent bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Nach den Angaben von Niedersachsen Statistik verzeichneten Campingplätze sogar einen Anstieg von 75,9 Prozent bei den Gästen und einen Anstieg der Übernachtungen um 83,6 Prozent im April 2025.

Zwei Drittel aller Übernachtungen entfallen auf die beliebten Urlaubsregionen: Nordseeküste, Ostfriesische Inseln, Lüneburger Heide, Grafschaft Bentheim, Emsland und Osnabrücker Land. Die Ostfriesischen Inseln sind dabei besonders hervorzuheben, da Gäste dort im Schnitt sechs Tage bleiben – dies ist bundesweit die längste Aufenthaltsdauer.

Internationale Gäste und Herausforderungen

Die Zunahme internationaler Gäste in Niedersachsen ist ebenfalls ein bemerkenswerter Trend. Im Jahr 2025 gab es einen Anstieg der Übernachtungen von internationalen Gästen um 1,0 Prozent gegenüber 2024. Trotzdem bleiben diese Zahlen 4,2 Prozent unter dem Niveau von 2019. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Niederlande, Dänemark und Polen. Besonders stark sind die Zuwächse bei Übernachtungen von Gästen aus Spanien und Italien.

Allerdings haben auch Herausforderungen nicht ausbleiben können. Launisches Wetter hat Eisdielen, Freibäder, Strandkorbvermietungen und den Tagestourismus beeinträchtigt. Zudem ist ein Rückgang ausländischer Gäste zu verzeichnen. Im April 2025 reduzierte sich deren Zahl um 7,8 Prozent auf knapp 116.000, und die Übernachtungen ausländischer Gäste gingen um 10,5 Prozent zurück.

Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wertet die positive Entwicklung des Tourismus als starkes Signal für die Region. Die Branche ist auf mehrere ausländische Mitarbeitende angewiesen, die als begehrte Fachkräfte in Niedersachsen gelten. Diese Trends und Zahlen deuten darauf hin, dass Niedersachsen sich nicht nur erholt hat, sondern auch auf dem Weg ist, sich als attraktives Reiseziel weiter zu etablieren.