Das Expeditionsschiff „Silver Wind“ der Reederei Silversea hat vor sechs Tagen im chilenischen Hafen Puerto Williams abgelegt. Ziel der Reise ist die antarktische Halbinsel, wobei die Route einen Umweg über die Falklandinseln und Südgeorgien nimmt. An Bord befinden sich 198 Gäste, die sich für Naturschönheiten sowie die Vogelwelt interessieren. Diese Kreuzfahrt bietet den Passagieren die Möglichkeit, nicht nur beeindruckende Landschaften zu erleben, sondern auch verschiedene Pinguinkolonien zu beobachten.

Die Reise ist besonders attraktiv für Naturliebhaber, da die Gäste auf den Falklandinseln und in der Antarktis zahlreichen Pinguinarten begegnen. Südgeorgien, bekannt als die „Serengeti aus Eis, Felsen und Federn“, zeichnet sich durch seine artenreiche Tierwelt aus. Ein 22-köpfiges Team aus Biologen, Geologen und Gletscherkundlern begleitet die Passagiere und stellt sicher, dass die strengen Vorschriften zum Schutz des Ökosystems beachtet werden.

Pinguine: Hauptattraktion der Reise

Pinguine sind ohne Zweifel die Hauptattraktion dieser Reise. Es gibt weltweit 18 Pinguinarten, von denen vier in der Antarktis leben: der Kaiser-, Adélie-, Esel- und Zügelpinguin. Während die Pinguine nicht die beliebtesten Tiere bei Touristen sind, erfreuen sie sich großer Beliebtheit und werden häufig in den Medien dargestellt.

Pinguine haben spezielle Anpassungen entwickelt, um in ihrem aquatischen Umfeld erfolgreich zu jagen. Sie sind in der Lage, bis zu 500 Meter tief zu tauchen. Der Königspinguin, als zweitgrößte Pinguinart, hat zudem eine besondere Verbindung zur britischen Monarchie. Ihre Neugierde und Zutraulichkeit machen sie zu einem faszinierenden Anblick, da sie an Land keine natürlichen Feinde haben.

Bedrohungen für die Pinguinpopulation

Zeilen, die die Schönheit der Pinguine umschreiben, stehen jedoch auch im Kontrast zu ernsten Herausforderungen. Der Klimawandel und Krankheiten wie die Vogelgrippe sind ernsthafte Bedrohungen für die Pinguinpopulation. Die Einhaltung der IAATO-Regeln ist wichtig, um die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum nicht zu stören. Diese Erkenntnisse sind auch Teil der Arbeit des Umweltbundesamtes, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pinguinarten untersucht.

In einer Langzeitstudie in der Maxwell Bay (King George Island, Antarktis) haben Forscher festgestellt, dass der Rückzug der Gletscher Adéliepinguine dazu zwingt, in kältere Gebiete zu migrieren. Gleichzeitig profitieren Eselspinguine von den veränderten Bedingungen und übernehmen die Plätze der Adéliepinguine. Diese Forschung zeigt außerdem, dass Adéliepinguine auf Krill angewiesen sind, während Eselspinguine sich auch von Fisch und Tintenfisch ernähren können. Zunehmende Niederschläge in Form von Schnee und Regen führen zu höheren Brutverlusten bei Adéliepinguinen.

Die Erkenntnisse aus den langfristigen Studien sind alarmierend. Recherchen haben ergeben, dass die Pinguine als Indikatoren für Veränderungen in den antarktischen Ökosystemen fungieren. Weitere Projekte des Umweltbundesamtes, wie das Monitoring von Pinguinkolonien mithilfe von Satellitenbildern, sollen dazu beitragen, präzisere Daten über die Entwicklung dieser Kolonien zu erheben. Innovative Technologien wie der Einsatz von Drohnen und GPS-basierter Vollkartierung ermöglichen es, große Kolonien ohne menschliche Störung zu erfassen.

Antarktistouren sind bekanntlich teuer und erfordern verantwortungsvolles Reisen. Die Saison für Reisen in die Antarktis erstreckt sich von November bis März. Die Passagiere der „Silver Wind“ werden nicht nur Zeugen der beeindruckenden Pinguinwelten, sondern nehmen auch wichtige Erkenntnisse darüber mit, wie menschliche Aktivitäten die Zukunft dieser faszinierenden Tiere beeinflussen können.

Besuchen Sie weitere Informationen über die Pinguine in der Antarktis auf Welt und über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Pinguinpopulation auf Umweltbundesamt.