Die Reisewelt steht momentan Kopf, und das nicht nur wegen der kommenden Sommerferien. Der Iran-Krieg hat weitreichende Folgen für die Reisebranche, insbesondere wenn es um die Kosten für Luftreisen geht. Die Kerosinpreise schießen in die Höhe, was sowohl Airlines als auch Reisende belastet. Viele Urlaubsreisen in die Golfregion wurden bereits abgesagt, Kreuzfahrten gestrichen und die Ticketpreise für Flüge, insbesondere nach Asien, sind stark angestiegen. Ein Lichtblick sind die Golf-Carrier wie Etihad oder Qatar, die für Reisende günstiger geblieben sind. Die Situation könnte sich jedoch schnell ändern, da das Auswärtige Amt vor Transitaufenthalten in den Konfliktregionen warnt. Aktuelle Informationen zu den Entwicklungen finden Sie auch in diesem Artikel von Welt.

Die Nachfrage nach Reisezielen, die weiter von der Konfliktregion entfernt sind – wie Griechenland oder Spanien – steigt. Pauschalreisen könnten ebenfalls teurer werden, da höhere Treibstoffkosten möglicherweise nachträglich an die Reisenden weitergegeben werden. Dabei dürfen die Preiserhöhungen maximal 8% des ursprünglichen Preises betragen und müssen 20 Tage vor Reisebeginn kommuniziert werden. Für Frühbucher könnte dies bedeuten, dass sie sich unerwarteten Kosten gegenübersehen. Bei einer Erhöhung über 8% haben Urlauber das Recht, kostenlos vom Reisevertrag zurückzutreten. Für bereits gekaufte Tickets gilt, dass die Preise nicht erhöht werden dürfen, da die Airlines das unternehmerische Risiko tragen.

Kerosinpreise im Aufwind

Aktuell ist Kerosin zwar nicht knapp, aber die Preise haben sich seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt. Der Preis für Kerosin liegt derzeit bei rund 1.800 US-Dollar pro Tonne. Dieser Anstieg ist auf die Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen, die die Verfügbarkeit von Kerosin aus dem Nahen Osten beeinträchtigt. Viele Fluggesellschaften haben sich durch langfristige Verträge gegen Preiserhöhungen abgesichert, was die Ticketpreise vorerst stabil hält. Dennoch bleibt die Prognose zur Versorgungssicherheit ungewiss. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat keine konkreten Daten veröffentlicht, während die EU-Kommission derzeit keine Treibstoffengpässe in der Europäischen Union meldet, was einen kleinen Hoffnungsschimmer darstellt.

Die internationale Energieagentur warnt jedoch vor möglichen Engpässen in Europa innerhalb der nächsten sechs Wochen. Deutschland scheint resilienter gegenüber importiertem Kerosin zu sein, da ein größerer Teil in inländischen Raffinerien produziert wird. Dennoch deckt Deutschland nicht den gesamten Bedarf von rund neun Millionen Tonnen pro Jahr, mehr als die Hälfte des Kerosins wird importiert. Airlines reagieren auf die drohende Kerosin-Mangellage, indem sie Verbindungen streichen oder Jets außer Betrieb nehmen. So hat Lufthansa die sofortige Schließung ihrer Tochter Cityline aufgrund gestiegener Kerosinpreise angekündigt.

Rechte der Reisenden

Wenn es zu Annullierungen von Flügen kommt, gibt es normalerweise Angebote für Umbuchungen oder Erstattungen. Allerdings ist unklar, ob ein kriegsbedingter Kerosinmangel als außergewöhnlicher Umstand gilt. Sollte eine Airline Insolvenz anmelden, könnte dies die Erstattung von Ticketpreisen erschweren, und Rückreisen könnten auf eigene Kosten erfolgen. Doch für Passagiere, deren Flüge von einem EU-Flughafen starten oder die mit einer in der EU ansässigen Airline fliegen, gibt es Rechte auf Erstattung oder Umbuchung im Falle von Flugstreichungen. Bei Flügen, die weniger als 14 Tage vor Abflug abgesagt werden, können zusätzliche Entschädigungen von bis zu 600 Euro fällig werden.

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Die EU plant, am 22. April ein Konzept zur Reaktion auf den drohenden Kerosinmangel vorzulegen, das auch die Sicherstellung der Raffineriekapazitäten in Europa umfasst. In einer Zeit, in der Reisende vermehrt auf die Preise achten müssen, ist es wichtig, die Entwicklungen genau zu verfolgen und sich rechtzeitig zu informieren.

Für alle, die ihre Reiseplanung für den Sommer noch nicht abgeschlossen haben, gilt es, die Situation genau im Blick zu behalten. Die Urlaubsziele, die sicher und voraussichtlich nicht von Preiserhöhungen betroffen sind, rücken immer mehr in den Fokus. Bleiben Sie also informiert und profitieren Sie von den aktuellen Angeboten, solange es noch möglich ist.