Im Jahr 2026 zeigt sich die Reiselust der Deutschen ungebrochen hoch, trotz globaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Laut der 42. Deutschen Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, die im Winter 2025/2026 über 3.000 Personen befragte, erreichte die Reisefrequenz den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Im Jahr 2025 waren 64 Prozent der Deutschen mindestens fünf Tage unterwegs, was den höchsten Wert seit 2006 darstellt.
Fast jeder zweite Deutsche (44 Prozent) unternahm mehr als eine Reise im Jahr 2025, im Vergleich zu lediglich 15 Prozent vor zehn Jahren. Diese Zunahme vor allem bei den Hochverdienern ist signifikant: 63 Prozent dieser Gruppe verreisten mehrfach, während nur 17 Prozent der Geringverdienenden dies taten. Professor Dr. Ulrich Reinhardt betont, dass Urlaub einen bewussten Gegenpol zur Arbeitswelt darstellt.
Reiseverhalten und Ausgaben
Die durchschnittliche Reisedauer blieb stabil bei knapp 13 Tagen, wobei es bemerkenswerte geografische Unterschiede gibt. Inlandsreisen liegen unter dem Durchschnitt, während Fernreisen in der Regel doppelt so lange dauern. Die Ausgaben pro Person und Reise stiegen auf 1.636 Euro, was fast 100 Euro mehr als im Vorjahr und über 500 Euro mehr als vor einem Jahrzehnt bedeutet. Die durchschnittlichen Tageskosten erreichten 130 Euro, mit Griechenland und Spanien als teuersten Zielen, wo Reisende bis zu 147 Euro pro Tag ausgeben.
In Deutschland bleibt das Inland das beliebteste Reiseziel; 35 Prozent aller Urlaubsreisen fanden hier statt. Bayern festigte seine Spitzenposition, während Baden-Württemberg an Zuspruch verlor. Spanien bleibt das führende europäische Auslandsziel mit über 9 Prozent Marktanteil, gefolgt von Italien und Frankreich, die ebenfalls Zuwächse verzeichnen. Der Sektor der Fernreisen wächst, wobei 17 Prozent der Reisen im Jahr 2025 über die europäischen Grenzen hinausführten, was eine Steigerung von über 50 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren darstellt.
Trend zu internationalen Reisen
Nordafrikanische Länder wie Ägypten, Tunesien und Marokko gehören zu den Gewinnern im Fernreise-Sektor. Für 2026 haben bereits zwei Drittel der Deutschen ihre Reisepläne festgelegt, mit einem anhaltenden Trend zu Zielen außerhalb Europas. Der starke Zustrom in die Mittelmeerregion wird erwartet, während Deutschland als Reiseziel leicht an Boden verliert.
Die 41. Deutsche Tourismusanalyse hebt hervor, dass trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen der Drang zu reisen nicht nachgelassen hat. Im Jahr 2024 unternahmen 63 Prozent der Befragten ähnliche Reisen von mindestens fünf Tagen, nahe dem historischen Höchststand von 65 Prozent im Jahr 2006. Dies zeigt eine Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren und hebt die Priorität des Reisens in der Gesellschaft hervor.
Mit dieser erfreulichen Entwicklung zeigt sich ein klarer Trend: Reisen wird zunehmend als notwendiger Teil des Lebens gesehen, um Abstand von der Arbeitswelt zu gewinnen und Erholung in verschiedenen Arten von Urlaubsreisen zu finden.