Die Alaskan Dream Cruises haben ihren Betrieb überraschend mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Entscheidung, die nach 15 Jahren Tätigkeit fällt, kam für viele Anbieter und Reisende unerwartet. Der Betreiber hinter Alaskan Dream Cruises, das familiengeführte Unternehmen Allen Marine aus Sitka, Alaska, hatte sich auf kleine Expeditionskreuzfahrten spezialisiert und besaß eine Flotte von vier Schiffen, die in der Lage waren, zwischen 40 und 80 Passagieren zu beherbergen. Zu den Schiffen gehörten die Admiralty Dream, Alaskan Dream, Baranof Dream und Chichagof Dream.

Die Reederei war bekannt für ihre nachhaltigen Tourismusangebote, die eine kulturelle Tiefe und sanften Tourismus förderten. Reisende konnten 5- bis 8-tägige Routen durch die Inside Passage mit Aktivitäten wie Wandern und Kajakfahren genießen. Schiffe der Flotte liefen abgelegene Häfen und Fischerdörfer an und ermöglichten somit authentische Begegnungen mit der indigenen Kultur, insbesondere der Angehörigen des Tlingit-Stammes.

Strategische Neuausrichtung

Trotz der stillgelegten Kreuzfahrten ist die Schließung nicht auf Zahlungsunfähigkeit zurückzuführen. Allen Marine verfolgt eine strategische Neuausrichtung, die eine Konzentration auf Tagesausflüge, Wildtierbeobachtungen sowie Werft- und Reparaturdienstleistungen beinhaltet. In den neuen Kernbereichen werden weiterhin rund 405 Mitarbeiter beschäftigt, während 105 Angestellte der Kreuzfahrtsparte, vornehmlich in saisonalen Positionen, betroffen sind.

Die Schließung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Alaska-Kreuzfahrten im Jahr 2026 auf Rekordniveau sind. Alaskan Dream Cruises hatte sich einen guten Ruf als Boutique-Anbieter erarbeitet, allerdings sind die Herausforderungen für kleine Kreuzfahrtunternehmen in einem wettbewerbsintensiven Markt evident.

Folgen für betroffene Kunden

Alle bestehenden Buchungen für die Saison 2026 und darüber hinaus wurden storniert. Betroffene Gäste werden per E-Mail kontaktiert, um Rückerstattungen zu bearbeiten, jedoch sind diese Rückerstattungen nicht garantiert. Die Kommunikation zu den nächsten Schritten wird den Kunden und Reisebüros über die offiziellen Kanäle zur Verfügung gestellt.

Diese Schließung hinterlässt eine signifikante Lücke im Angebot des indigenen Tourismus in Alaska und muss als ein bedeutendes Ereignis in der maritimen Tourismusbranche angesehen werden. Die Notwendigkeit einer verstärkten Unterstützung für alternative touristische Angebote in der Region wird dadurch deutlich.