Die Motivation für alleinreisende Frauen nimmt zu. Eine aktuelle Studie von TUI zeigt, dass 40% der befragten 2000 Frauen aus Deutschland bereits Erfahrungen mit Solo-Reisen gemacht haben. Unter den Befragten, die zwischen 25 und 44 Jahre alt sind, sagt jeder Dritte, dass sie gerne alleine verreisen würden. Auf der anderen Seite planen etwa 10% ihre erste Solo-Reise, während 19% zumindest mit dem Gedanken spielen. Bei den Frauen der Generation Z ist die Neigung ebenfalls spürbar, auch wenn viele noch zögern, den ersten Schritt zu wagen. Besonders bemerkenswert ist, dass etwa jede sechste Frau über 55 Jahre eine erste Solo-Reise in Betracht zieht.
Die Befragung gibt auch Aufschluss über die Sicherheitsbedenken, die viele Frauen bei der Wahl ihres Reiseziels haben. Das Reisereporter hebt hervor, dass das Auswärtige Amt spezifische Warnungen für manche Länder herausgibt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Auswahl des Reiseziels, insbesondere für Frauen, die alleine reisen.
Die Top-Sicherheitsrankings für Solo-Reisen
Der Solo Female Travel Index von TUI analysiert über 150 Länder und bewertet diese anhand verschiedener Kriterien, die für die Sicherheit von Frauen auf Reisen entscheidend sind. Zu den ausschlaggebenden Faktoren gehören die Ärztedichte, der Zugang zur „Pille danach“, Englischkenntnisse, Unterkunftspreise und das subjektive Sicherheitsgefühl, das ebenfalls in den Sicherheits-Scores einfließt. Die Kriterien wurden dabei gewichtet, um ein umfassendes Bild zu erhalten. So wird der objektiven Sicherheit, wie etwa der allgemeinen Ärztedichte, eine doppelte Gewichtung zugewiesen.
Die Ergebnisse zeigen klar, dass Finnland als das sicherste Ziel für alleinreisende Frauen gilt, gefolgt von Schweden und Dänemark. Deutschland erreicht Platz sieben im Sicherheitsranking, doch das nächtliche Sicherheitsgefühl ist hier geringer, mit Platz 26 im Vergleich zu anderen Ländern. Auf internationaler Ebene führen China, die VAE und Saudi-Arabien das Ranking für nächtliches Sicherheitsgefühl an. Das zeigt, dass die Sicherheitslage stark variieren kann – nicht nur zwischen Ländern, sondern auch innerhalb der Regionen.
Ein positives Bild trotz Herausforderungen
Der Global Gender Gap Report 2025 belegt einen Fortschritt in der Geschlechtergleichstellung von 0,3 Prozentpunkten. Island bleibt führend im Bereich Geschlechtergleichheit mit einem Score von 0,926, während Deutschland mit einem Score von 0,803 auf dem neunten Platz liegt. Trotz dieser Fortschritte bestehen weiterhin strukturelle Hürden wie unzureichende Gesetzesumsetzungen und politische Unterrepräsentation, die die Gleichstellung behindern.
Für viele Frauen ist es wichtig, bei der Planung ihrer Reisen bestens informiert zu sein. Zusätzliche Informationen über sichere Verhaltensweisen, wie das Teilen der Reisepläne mit Freunden und die Nutzung von Sicherheits-Apps, tragen zur persönlichen Sicherheit hinzu. Empfehlenswert ist es, sich über die örtlichen Gegebenheiten und Notrufnummern zu informieren, um bestens vorbereitet auf Reisen zu gehen.
Die steigende Zahl alleinreisender Frauen eröffnet nicht nur neue Abenteuer und Selbstentdeckungen, sie zeugt auch von einem wachsenden Bewusstsein für die Sicherheit. In Anbetracht dieser Entwicklungen bleiben Finnland, Schweden und Dänemark als zentrale Anlaufstellen für Frauen, die die Freiheit des Reisens alleine nutzen möchten.