Am 16. Februar 2026 brechen die Geschwister Tim (14) und Susi (15) auf, um ihre Sommerferien nicht zu Hause zu verbringen. Ihre Eltern sind „Hartz IV“-Empfänger und rat- und mittellos, was die beiden Jugendlichen dazu motiviert, neue Wege zu gehen. Bei ihrem Abenteuer stoßen sie auf die Künstlergruppe „DE KRIPPELKIEFERN“, die eine Rockoper im erzgebirgischen Blechbach plant.
Kreativer Kopf der Truppe ist Sterni, ein Exilerzgebirgler, der die Idee hat, die Zeit anzuhalten und zurückzudrehen. Handlungsort ist ein verwahrlostes FDGB-Ferienlager des VEB Kraftverkehr Karl-Marx-Stadt im Erzgebirge. Hier wird das Lager mit Improvisationsgeist und einem engagierten Team revitalisiert. Die Rockoper mit dem Titel „Träume – Tränen – Trauerspiele“ beleuchtet kritisch die Zeit des „realen Sozialismus“ und bindet die Einheimischen als Protagonisten in die Aufführung ein.
Widerstand gegen die Rockoper
Doch das Projekt stößt auf Widerstand, insbesondere von Bürgermeister Rudi Fischer, der andere Pläne für die Gegend verfolgt. Tim und seine Freunde setzen alles daran, die Einheimischen zur Freilichtbühne zu locken, um die Aufführung zu einem Erfolg zu machen.
Die Besetzung der Rockoper ist vielversprechend: Tim wird von Alexander Richert dargestellt, während Stefan Mösch die Rolle von Sterni übernimmt. Lisa Költzsch spielt Susi, und Manuela Bednarz sowie Dieter Kreher sind als Mutti und Vati „Didi“ zu sehen. Die kreative Leitung liegt in den Händen von Udo Neubert, der sowohl das Buch als auch die Regie verantwortet. Die Musik stammt von Pierre Fegyverneki und der Künstlergruppe selbst.
Der Kontext der Ostalgie
Die Rockoper thematisiert auch die sogenannte Ostalgie, ein Begriff, der seit der Wende in Ostdeutschland Verwendung findet. Ostalgie beschreibt die nostalgische Wahrnehmung der DDR und entstand 1992 durch den Dresdner Kabarettisten Uwe Steimle. Ab 1991 distanzierte sich ein Teil der ostdeutschen Bevölkerung von der Bundesrepublik und feierte Ostalgie-Partys, bei denen DDR-Symbole wiederentdeckt wurden. Diese Veranstaltungen wurden oft von der Auseinandersetzung mit den schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Transformationsprozessen nach der Wende begleitet.
Die positive Bewertung der DDR zeigt sich nicht nur in solchen Feiern, sondern auch in Umfragen, die eine zunehmende Zustimmung zu Aspekten wie sozialer Sicherheit belegen. Jugendliche aus Ostdeutschland äußern häufig Bedauern über den Verlust von Gemeinschaft und Solidarität, die sie in der DDR erlebten. Viele sehen die Nostalgie als Verdrängungsmechanismus, der positive Erinnerungen hervorhebt und gleichzeitig die gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Probleme der Vergangenheit ausblendet.
Die Rockoper „Träume – Tränen – Trauerspiele“ ist ein kulturelles Projekt, das nicht nur die Vergangenheit reflektiert, sondern auch die gegenwärtigen Herausforderungen und Sehnsüchte der Jugendlichen in Ostdeutschland spiegelt. Es zeigt, wie eng die Erinnerungen an die DDR mit den Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Umbrüchen der Gegenwart verwoben sind.
Für weiterführende Informationen zur Rockoper und den Hintergründen besuchen Sie die ARD Mediathek sowie die Wikipedia-Seite zur Ostalgie.