Urlaub in Deutschland hat im Jahr 2024 Rekordzahlen erreicht. Insgesamt wurden 497,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet, was einem Anstieg von 0,3 % im Vergleich zu 2023 entspricht, als es 496 Millionen Übernachtungen gab. Besonders bei den Inlandsgästen gab es einen Zuwachs: Es wurden 413,7 Millionen Übernachtungen gezählt, was einen Anstieg von 0,7 % darstellt. Im Gegensatz dazu erlebte der Sektor der ausländischen Gäste einen Rückgang um 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese positiven Entwicklungen erfolgen nach einem massiven Rückgang während der COVID-19-Pandemie, in den Jahren 2020 und 2021, als die Übernachtungszahlen auf etwas über 300 Millionen sanken. Laut Bild hat Deutschland damit erstmals wieder ein Niveau erreicht, das vor der Pandemie lag.

Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, hebt die Bedeutung der Branche als eine wesentliche Säule der deutschen Volkswirtschaft hervor. Die Regierung plant verschiedene Initiativen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismuswirtschaft zu verbessern. Geplante Maßnahmen umfassen den Ausbau der Infrastruktur, flexiblere Arbeitszeiten, sowie die Digitalisierung von Visaverfahren. Die nationale Tourismusstrategie soll zudem dafür sorgen, dass die Kosten für Veranstalter gesenkt und Berichtspflichten reduziert werden. Aktuell sind rund 2,7 Millionen Menschen direkt in der deutschen Tourismuswirtschaft beschäftigt, die einen Umsatz von über 100 Milliarden Euro erwirtschaften.

Industrielle Weiterentwicklungen und Nachhaltigkeit

Die Entwicklung von Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung im Tourismus ist von zentraler Bedeutung. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium ist der Tourismussektor ein bedeutender Akteur im internationalen Handel und sichert Millionen Arbeitsplätze weltweit. Über 50 % der Beschäftigten im Tourismus sind Frauen, was zu einer Förderung der Geschlechtergerechtigkeit beiträgt.

Die COVID-19-Pandemie hat die Notwendigkeit eines grünen und digitalen Wandels im Tourismus verstärkt. Um diesen Wandel zu unterstützen, wurde der Transition Pathway für das Ökosystem Tourismus (TTP) ins Leben gerufen, der sich auf die Förderung der Resilienz im Tourismus konzentriert. Im Rahmen der EU-Aktivitäten wurde die „Europäische Tourismusagenda 2030“ verabschiedet, die einen mehrjährigen Arbeitsplan beinhaltet, um nachhaltige Ansätze und digitale Transformation voranzutreiben.

Zukunftsausblick und Verantworung

Die deutsche Präsenz im Tourismusausschuss der OECD ermöglicht den Austausch von Best-Practice-Beispielen, während die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen den Tourismussektor zur wirtschaftlichen Entwicklung und dem Schutz von Menschenrechten fördert. Dies zeigt sich auch in dem G20-Tourismusministertreffen, das 2009 ins Leben gerufen wurde, um das Potenzial des Tourismus weiter zu stärken.

Die Entwicklungen in der Branche sowie die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung ermöglichen eine positive Zukunft für den deutschen Tourismus. Die laufenden Initiativen und Strategien sind entscheidend, um die Branche auf dem globalen Markt konkurrenzfähig zu halten und die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.