Die angespannte Sicherheitslage im Nahen und Mittleren Osten hat signifikante Auswirkungen auf den Reisemarkt, doch eine umfassende Abkehr von beliebten Urlaubszielen bleibt bislang aus. Wie Focus.de berichtet, zeigen aktuelle Daten von HolidayCheck, dass klassische Mittelmeerziele wie Spanien, Portugal, Italien und Marokko eine steigende Nachfrage verzeichnen. In der Türkei hingegen bleibt die Buchungslage stabil auf dem Niveau des Vorjahres, während die Reisenden bei Ägypten zurückhaltender werden und die Entwicklungen vor Ort abwarten.
Nina Hammer, eine Reiseexpertin von HolidayCheck, bestätigt, dass viele Reisende ihren Plänen treu bleiben, jedoch die Lage aufmerksam beobachten. Insbesondere bei Pauschalreisen rät sie dazu, sich gegen mögliche Ausfälle abzusichern. Das deutsche Reiserecht ermöglicht es Reisenden, kostenfrei vom Vertrag zurückzutreten, wenn das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung ausspricht.
Reisewarnungen und Flugausfälle
Indes, das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für mehrere Länder im Nahen Osten ausgesprochen, darunter Israel, Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Für den Libanon wurde sogar eine Ausreiseaufforderung erlassen. Diese Warnungen werden ausgesprochen, wenn eine konkrete Gefahr für Leib und Leben der Reisenden besteht, wie Tagesschau.de ausführlich darlegt.
Unterdessen hat Lufthansa beschlossen, alle Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman und Erbil zu annullieren, und auch die Flüge nach Abu Dhabi wurden bis einschließlich Sonntag gestrichen. Betroffene Passagiere haben die Möglichkeit, ihre Flüge kostenlos umzubuchen oder ihr Geld zurückzubekommen. Auch viele andere Fluggesellschaften, wie Air France und Swiss, haben bereits Verbindungen in die Region eingestellt.
Flex-Optionen für Reisende
Um Reisenden einen größeren Schutz zu bieten, haben viele Reiseveranstalter spezielle Flex-Optionen eingeführt, die Umbuchungen oder Stornierungen bis kurz vor Abreise ermöglichen. Beispiele dafür sind:
- HolidayCheck Reisen: Kostenlose Stornierung bis 6 Tage vor Abreise ohne Angabe von Gründen.
- Tui: Storno oder Umbuchung bis 15 Tage vor Anreise, bei Pauschalreisen bis 29 Tage.
- DERTOUR Gruppe: Storno oder Umbuchung bis 15 Tage bei Charterreisen, bis 29 Tage bei Linienflügen.
- alltours: Stornierung bis 15 Tage vor Abreise für etwa 29 Euro Aufpreis.
- ANEX Tour: Storno oder Umbuchung bis 14 Tage vor Anreise für etwa 35 Euro.
- LMX: Storno bis 15 Tage vor Abreise für etwa 25 Euro.
- Eurowings Holidays und Condor Holidays: Storno bis 14 Tage vor Abreise gegen Gebühr von etwa 50 Euro.
- Coral Travel: Kostenlose Stornierung bis 22 Tage vor Abreise für 29 Euro Aufpreis pro Erwachsener.
Aktuell sind rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter in der Golfregion betroffen. Die Bundesregierung plant bereits, vulnerable Gruppen aus der Region zurückzuholen, um sie vor möglichen Gefahren zu schützen. Individualreisen in unsichere Gebiete gelten als riskant, da Reisende oft mit finanziellen Konsequenzen konfrontiert werden.
Um die Sicherheit der Reisenden zu gewährleisten, stehen deutsche Auslandsvertretungen in Kontakt mit Staatsangehörigen vor Ort und haben Fürsorgemaßnahmen für ihre Mitarbeiter getroffen. Es wird empfohlen, über lokale und internationale Medien die aktuellen Verhältnisse im Reiseland zu verfolgen und gegebenenfalls verdächtige Vorgänge umgehend den örtlichen Behörden zu melden.