Im Nahen Osten sitzen derzeit tausende Urlauber aus Deutschland auf Kreuzfahrtschiffen fest. Der Verband deutscher Reeder (VDR) berichtet von mindestens 25 betroffenen Schiffen deutscher Reedereien im persischen Golf, darunter „Mein Schiff 4“ und „MSC Euribia“, die wegen der aktuellen Sicherheitslage in der Region nicht weiterfahren können. Diese Schiffe halten sich derzeit in Doha beziehungsweise Abu Dhabi auf und transportieren insgesamt rund 7.000 Passagiere.
Die Situation ist angespannt. Urlauber an Bord von „Mein Schiff 5“ schildern, dass sie sich aufgrund der angespannteren Lage und Berichten über Drohnenangriffe sorgen. Landausflüge wurden bereits gestoppt, Tickets für diese wurden zurückerstattet, da die Passagiere das Schiff nicht verlassen dürfen. TUI Cruises hat zudem die Gäste von „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ informiert, dass diese weder ablegen noch einen Gästewechsel durchführen können, was zu einer massiven Unsicherheit unter den Betroffenen führt.
Alarmbereitschaft und Sicherheitsanweisungen
Die Besatzung der Schiffe hat Notfall-Alarm ausgelöst. Passagiere wurden über ihre Mobiltelefone informiert und aufgefordert, sich im Inneren des Schiffs aufzuhalten, während Außendecks gesperrt wurden. Fenster sind zu meiden, um sich in Sicherheit zu bringen. Ein mehrfaches Aufeinandertreffen mit Raketen wurde in unmittelbarer Nähe von „Mein Schiff 4“ registriert, was die Besatzung und Passagiere weiter beunruhigte. Aktuell bleiben die Schiffe in ihren Häfen, während MSC Cruises die Kreuzfahrt mit „MSC Euribia“ absagt.
Die Reederei ist auf Unterstützung von Fluggesellschaften angewiesen, um die Rückflüge nach Deutschland zu planen. Hierzu erklärte TUI Cruises, dass sie in Kontakt mit den Airlines stehen. Da Rückflüge jedoch ungewiss sind, sind die Urlauber auf den Schiffen in einer wahrhaftigen Warteschleife gefangen.
Reisebeschränkungen und Unsicherheiten
Der militärische Konflikt im Nahen Osten hat auch direkte Auswirkungen auf den Luftverkehr. Ein plötzlicher Anstieg an Spannungen, einschließlich militärischer Angriffe von Israel und den USA im Iran, führte dazu, dass wichtige Drehkreuze wie Dubai und Doha eingeschränkt oder sogar geschlossen wurden. Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Jordanien ausgesprochen, was die Krisensituation für Reiseveranstalter und Passagiere zusätzlich verschärft.
In der Region sind insgesamt rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter betroffen, und mehr als 3.400 Flüge an großen Flughäfen wurden aufgrund der Situation gestrichen. Flughafen Dubai wurde zudem bei iranischen Vergeltungsangriffen beschädigt, was die Komplexität der Rückreise erheblich erhöht.
Die Passagiere auf „Mein Schiff 5“, die am Samstag auf Landausflügen waren, mussten ebenfalls umgehend an Bord zurückkehren, als die Situation eskalierte. Ein geplanter Gästewechsel für das kommende Wochenende wurde gestört; etwa 2.000 Gäste sollten von „Mein Schiff 5“ in Katar gehen, doch dieser Austausch wurde abgesagt.
Derzeit bleibt unklar, wann normale Rückflüge und Kreuzfahrten wieder aufgenommen werden können, während die Urlauber weiterhin auf den Schiffen ausharren müssen und die Reedereien entsprechende Lösungen suchen.