Der US-Tourismus steht vor erheblichen Herausforderungen, die sich durch eine Kombination von politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Faktoren ergeben. Laut Capital zeigen die Statistiken, dass insbesondere Reisen aus Kanada dramatisch rückläufig sind. Dies ist besorgniserregend, da Kanada mit über 20 Millionen Besuchern pro Jahr der wichtigste Quellmarkt für den US-Tourismus darstellt.
Vergangenes Jahr sind die Privatreisen aus Kanada um rund 30 Prozent und die Flugbuchungen sogar um bis zu 75 Prozent eingebrochen. Parallel dazu wird in Europa ein Rückgang bei deutschen Reisenden um 12 Prozent und bei französischen um 7 Prozent registriert. Auch das Statistische Bundesamt vermeldet einen abnehmenden Trend: Die Fluggastzahlen auf deutschen Flughäfen mit US-Zielen sind um 1,3 Prozent gesunken.
Einbrechende Besucherzahlen
Insgesamt sank die Zahl der internationalen Gäste in den USA im Jahr 2025 um 4,2 Prozent, was den ersten Rückgang seit der Covid-Pandemie darstellt. Diese Entwicklung steht im krassen Gegensatz zum weltweiten Reisesektor, der laut UN-Tourismusorganisation um 4 Prozent zulegte. Bild berichtet, dass die USA als einziges großes Reiseziel einen Rückgang bei den Ausgaben internationaler Besucher verzeichnen, was bis zu 11 Millionen weniger Gäste und einen Einnahmeverlust von 50 Milliarden Dollar bedeutet.
Restriktive Einreisepolitik, hohe Preise und Boykottaufrufe haben zur Stornierung von Hotelreservierungen in mehreren Gastgeberstädten geführt. Die amerikanische Tourismusagentur „Brand USA“ musste ihr Budget von 100 auf 20 Millionen Dollar kürzen, was die Bemühungen um einen nachhaltigen Tourismus weiter erschwert.
Negative Auswirkungen auf den Sektor
Der Freizeit- und Gastgewerbesektor hat im Herbst 2025 zehntausende Jobs verloren, obwohl die Arbeitslosenquote generell sank. Die Auslastung in der US-Hotellerie ging 2025 auf 62,3 Prozent zurück, während die Zimmerpreise auf durchschnittlich 160 Dollar stiegen – nicht genug, um die schwache Nachfrage auszugleichen. Laut Lodging Econometrics gibt es derzeit rund 6200 geplante Hotelprojekte, jedoch schrumpft die Pipeline erstmals seit vier Jahren.
Zudem befürchtet er, dass die anti-internationalen Rhetoriken und Einwanderungsgesetze unter der Administration Trump die Attraktivität der USA als Reiseland weiter schädigen könnten. Dies lässt sich auch an den stark rückläufigen Buchungen aus dem europäischen Markt ablesen, wo die Buchungen für 2026 voraussichtlich um etwa 14 Prozent sinken werden. Anderenorts berichten Fluggesellschaften wie Lufthansa und British Airways von einer sinkenden Nachfrage auf Nordamerika-Strecken.
Die Hoffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2026
Die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird zwar als Hoffnungsschimmer für den US-Tourismus angesehen, jedoch haben viele Experten Bedenken über die tatsächliche Nachfrage. Ein Anstieg internationaler Ankünfte um 10 Prozent wird erwartet, doch es wird betont, dass dies weniger umfänglich sein könnte als 2024. Die negative öffentliche Wahrnehmung könnte langfristige Auswirkungen auf den Tourismus in den USA haben, besonders wenn die Erfahrungen während des großen Turniers nicht positiv sind.
Die Prognosen für 2026 zeichnen ein gemischtes Bild. Analysten erwarten einen leichten Anstieg der Einreisezahlen um 3,7 Prozent, jedoch bleibt die Frage, ob dies ausreicht, um die vorhersehbaren Einnahmeverluste auszugleichen. Der Tourismussektor in den USA steht somit an einer entscheidenden Kreuzung. Die nächsten Schritte könnten entscheidend dafür sein, wie sich die internationale Position des US-Tourismus entwickeln wird.