Die anhaltenden Frosttemperaturen an der Ostseeküste ziehen viele Reisende in den Norden Deutschlands. Laut einem Bericht von Süddeutscher Zeitung ist die Vorfreude auf den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Winter spürbar angestiegen. Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) in Mecklenburg-Vorpommern, zeigt sich erfreut über die steigende Besucherzahl und berichtet von mehr Gästen als in den Vorjahren.
Aktuell profitieren die Betriebe in der Region von den Winterferien, die zusätzliche Reisende in die beliebten Küstenorte bringen. Die Buchungslage ist dabei ähnlich wie im Vorjahr, jedoch wird ein positiverer Start ins Jahr 2026 erwartet. Die winterliche Kulisse, mit Schnee am Strand und vereisten Buhnen sowie Leuchttürmen, fasziniert sowohl Alt als auch Jung und fördert die Nachfrage nach Familienurlauben im Nordosten Deutschlands.
Winterzauber und Herausforderungen
Besonders spektakulär sind die Szenarien, die der starke Frost und der Ostwind geschaffen haben. Norddeutscher Rundfunk hebt hervor, dass an einigen Küstenabschnitten Eisschollen zu mehreren Meter hohen Eisbergen aufgetürmt wurden. Dies erinnert an winterliche Landschaften in arktischen Regionen, eine Situation, die zuletzt 1986/87 zu beobachten war. Meteorologen erwarten weiterhin frostige Temperaturen für die kommenden Tage, was die winterlichen Touristenerlebnisse verlängern könnte.
Die außergewöhnlichen Bedingungen bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Viele Campingplätze in der Region berichten von gemischten Rückmeldungen. Einige Orte kämpfen mit Problemen beim Anreisen, die durch Eisregen verursacht werden, während gleichzeitig die Nachfrage nach spontanen Wochenendtrips steigt. Die Ostsee hat vielerorts gefroren, was dazu führt, dass Angler seltener zu ihren Angelplätzen kommen. Viele Campingplätze sind bis März oder April geschlossen.
Transport und Infrastruktur
Die extremen Wetterbedingungen haben auch den Fährverkehr beeinträchtigt. Auf der Insel Hiddensee fiel das Fährschiff „Vitte“ aufgrund von Eisschäden aus und wird aktuell mit einem Eisbrecher versorgt. Gleichzeitig musste der Fährverkehr aufgrund von Niedrigwasserunterbrechungen eingestellt werden, wobei die Fähren mittlerweile wieder verkehren. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie meldet, dass die Eisdecke örtlich bis zu 25 cm dick ist, was die Navigation zusätzlich erschwert.
Insgesamt sorgt das winterliche Wetter der Region, verbunden mit den Herausforderungen und den besonderen Erlebnissen der eisbedeckten Landschaft, für ein einzigartiges Reiseerlebnis. Dies könnte zu einer dauerhaften Steigerung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern beitragen, besonders wenn die Besucher die Schönheit und das außergewöhnliche Klima der Ostsee verstehen und erleben.