Deutsche wollen mehr Urlaub: Mehrheit bereit, Geld dafür zu opfern!
Eine aktuelle Studie zeigt, dass viele Deutsche für zusätzliche Urlaubstage auf Gehalt verzichten würden. Erfahren Sie mehr über die Trends im Urlaubsanspruch und mögliche Modelle.

Deutsche wollen mehr Urlaub: Mehrheit bereit, Geld dafür zu opfern!
Eine aktuelle Studie des Reiseportals HolidayCheck zeigt, dass viele Deutsche bereit sind, für zusätzliche Urlaubstage auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Laut den Ergebnissen, die am 30. Januar 2026 veröffentlicht wurden, sind 56 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Deutschland grundsätzlich offen für diesen Tausch. Die repräsentative Umfrage befasste sich mit rund 1.000 Berufstätigen und offenbarte, dass 11 Prozent der Befragten sofort zugestimmt hätten. Weitere 27 Prozent würden abhängig von der Höhe des Gehaltsverzichts zustimmen, während 18 Prozent sich offen für die Idee zeigten.
Trotz eines Urlaubsanspruchs von 26 bis 30 Tagen im Jahr empfinden viele Beschäftigte ihre Erholungszeit als unzureichend. Nur 59 Prozent fühlen sich nach ihrem Urlaub tatsächlich gut oder sehr gut erholt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 77 Prozent der Befragten zusätzliche Urlaubstage vor allem für Reisen nutzen würden. Gleichzeitig versuchen viele, durch Brückentage oder Kurzurlaube mehr Erholungszeit zu gewinnen.
Einsatz flexibler Urlaubstage
Die Möglichkeit, Urlaubstage gegen Geld zu tauschen, könnte künftig an Bedeutung gewinnen. Auf diese Idee reagieren Arbeitgeber verstärkt, um den Bedürfnissen ihrer Beschäftigten gerecht zu werden. Arbeitgeber können, auf Wunsch der Arbeitnehmer, die Anzahl der Urlaubstage anpassen. Eine schriftliche Zusatzvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist hierfür erforderlich. Dabei muss der gesetzliche Mindesturlaub beachtet werden, der in Deutschland mindestens 20 Tage für Vollzeitbeschäftigte beträgt.
Ein Beispiel illustriert diese Praxis: Ein Vollzeitangestellter mit einem Bruttogehalt von 3.200 Euro und 28 Urlaubstagen kann um fünf zusätzliche Urlaubstage bitten, was große finanziellen Einbußen von 738,46 Euro pro Jahr zur Folge hat. Die Berechnung erfolgt mittels einer Methode, die den Lohn entsprechend anpasst. Es gibt jedoch keine gesetzlich vorgeschriebene Berechnungsmethode; die Regeln für Urlaubsentgelt können angewendet werden. Tarifgebundene Arbeitgeber müssen zudem spezifische Regelungen befolgen, die abweichende Regelungen nur zugunsten der Arbeitnehmer erlauben.
Der Trend zu individueller Arbeitsgestaltung
Die Studie von HolidayCheck zeigt auch, dass in vielen europäischen Ländern Arbeitnehmer über umfangreiche Urlaubsansprüche verfügen, jedoch auch die Arbeitsverdichtung und mentale Belastung zunehmen. Angesichts dieser Herausforderungen könnten Modelle wie zusätzlicher Urlaub gegen Gehaltsverzicht oder flexiblere Auszeiten künftig an Bedeutung gewinnen. Arbeitgeber sollten bei der Umsetzung darauf achten, eine klare Trennung zwischen dem gesetzlichen Urlaubsanspruch und vertraglich vereinbartem Zusatzurlaub zu schaffen.
Ein Tausch von Urlaubstagen gegen Geld könnte gegen tarifliche Bestimmungen verstoßen, weshalb der Betriebsrat Mitbestimmungsrechte hinsichtlich allgemeiner Urlaubsgrundsätze hat. Bei Individualvereinbarungen bleibt er jedoch außen vor. Arbeitgeber sollten auch die Verrechnung der Urlaubstage im Monat der Inanspruchnahme durchführen.
Inmitten dieser Diskussion um flexible Arbeitsmodule zeigt die Realität, dass viele Arbeitnehmer unterschiedliche Bedürfnisse haben und je nach Lebenssituation mehr Geld oder mehr Freizeit benötigen. Der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance ist unübersehbar, und Initiativen, die dieses Anliegen unterstützen, könnten in Zukunft an Relevanz gewinnen.