Generation Z entdeckt Kreuzfahrten: Trend oder Umweltversagen?
Generation Z zeigt wachsendes Interesse an Kreuzfahrten trotz Umweltbedenken. Lifestyle-Events und Nachhaltigkeit im Fokus.

Generation Z entdeckt Kreuzfahrten: Trend oder Umweltversagen?
Die Kreuzfahrtindustrie erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit bei der Generation Z, trotz der gravierenden Umweltschäden, die mit diesem Reisen verbunden sind. Diese junge Generation, die lange Zeit als klimabewusste Trägerschaft galt, zeigt ein wachsendes Interesse an Kreuzfahrten, wie jüngste Berichte von fr.de und watson.ch belegen. Im Rahmen des „State of Cruise Industry Report“ 2025 wird festgestellt, dass rund 20% der Kreuzfahrtpassagiere zwischen 20 und 39 Jahren alt sind und damit die größte Altersgruppe bilden.
Ein Instagram-Beitrag des beliebten Content Creators Host Wyn illustriert, wie Kreuzfahrten zunehmend auf die Trends der Generation Z zugeschnitten sind. Formate wie Hyrox-Kreuzfahrten, die Fitness und Wellness vereinen, sowie Festival-Reisen, kommen gut an. Unter dem Beitrag gibt es sowohl begeisterte als auch kritische Stimmen bezüglich der Umweltauswirkungen von Kreuzfahrten. Tatsächlich geben laut einer YouGov-Studie im Auftrag von AIDA Cruises 58% der jungen Befragten an, dass Nachhaltigkeit für ihre Reiseentscheidung wichtig ist.
Klimaschutz und Kreuzfahrten
Die paradoxe Situation, dass eine Generation, die sich aktiv für den Klimaschutz stark macht, gleichzeitig das Interesse an umweltschädlichen Kreuzfahrten zeigt, steht im Fokus der Diskussion. Während 25% der jungen Befragten bereits Kreuzfahrten unternommen haben, planen 22% konkret eine Buchung. Dies wird unter anderem auf die schwindende Relevanz der Klimabewegung und den Wunsch nach unmittelbarem Zugang zu verschiedenen Reiseorten zurückgeführt. Die wahrgenommene Ehrlichkeit von Kreuzfahrten im Vergleich zum „verbrauchten“ individuellen Tourismus verstärkt diesen Trend.
Ein zentraler Punkt der Diskussion bleibt jedoch die nachhaltige Gestaltung dieser Reisen. Das Umweltbundesamt berichtet, dass eine siebentägige Kreuzfahrt etwa 0,95 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Person verursacht. Zudem wird kritisiert, dass Kreuzfahrtschiffe Schweröle verwenden, die umweltschädlicher sind als Diesel in PKWs oder LKWs.
Ökologische Bedenken und soziale Auswirkungen
Die ökologischen Auswirkungen von Kreuzfahrten sind nicht zu unterschätzen. Laut Studien verursachen Kreuzfahrtschiffe jährlich ein Viertel der festen Abfälle im weltweiten Seeverkehr. Zudem benötigen die Schiffe auch im Hafen Strom, wodurch sie oft weiterlaufen, was den CO₂-Ausstoß erhöht. Auch die sozialen Auswirkungen zeigen sich negativ: Kreuzfahrttouristen geben im Durchschnitt dreimal weniger Geld an Land aus, was lokale Wirtschaften unter Druck setzt. Häfen müssen oft teuer angepasst werden, um große Kreuzfahrtschiffe aufzunehmen; Beispiele hierfür sind die Maßnahmen in Venedig und die zukünftige Planung in Amsterdam.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Küsten der Kreuzfahrtbranche, gefüttert durch die Nachfrage der Generation Z, sowohl für ökologische als auch für soziale Herausforderungen sorgen. Die Frage der Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema, auch wenn der Preis und die besonderen Erlebnisse oft über die Umweltbelange gestellt werden.