Gleichstellung im Tourismus: Neues Projekt für Frauenkarrieren gestartet!

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Ein neues Gleichstellungsprojekt im Tourismus fördert ab November 2026 Frauenkarrieren. Ziel ist Chancengleichheit und höhere Verdienste.

Ein neues Gleichstellungsprojekt im Tourismus fördert ab November 2026 Frauenkarrieren. Ziel ist Chancengleichheit und höhere Verdienste.
Ein neues Gleichstellungsprojekt im Tourismus fördert ab November 2026 Frauenkarrieren. Ziel ist Chancengleichheit und höhere Verdienste.

Gleichstellung im Tourismus: Neues Projekt für Frauenkarrieren gestartet!

Ein neues bundesweites Gleichstellungsprojekt mit dem Namen „Lead³“ wurde am 1. November 2025 gestartet und zielt darauf ab, weibliche Karrieren in der Tourismuswirtschaft gezielt zu fördern. Das Projekt, geleitet von der Touristikprofessorin Claudia Brözel von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, wird über drei Jahre hinweg durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt durch den Europäischen Sozialfonds sowie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Programm „Wandel der Arbeit“.

Das Hauptaugenmerk des Projekts liegt auf der Schaffung gleicher Chancen für Frauen in der Arbeitswelt und der Überwindung von Strukturen, die Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern. Bis Oktober 2028 sollen wesentliche Erkenntnisse über wirksame Maßnahmen zur Förderung von Frauenkarrieren überprüft werden. An dem Projekt beteiligen sich insgesamt zwölf Organisationen aus der Branche, darunter Destinationen, Reiseveranstalter und Kommunikationsagenturen.

Umfassende Unterstützung für Frauen

Im Rahmen des Projekts werden jedes teilnehmende Unternehmen drei Frauen aus verschiedenen Karrierephasen freistellen: Berufseinsteigerinnen, Frauen in der mittleren Lebensphase und erfahrene Mitarbeiterinnen. Eine Schlüsselperson in jeder Organisation soll dafür sorgen, dass der Wissenstransfer in die Unternehmensstrukturen nachhaltig gesichert wird. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören individuelles Coaching, Kompetenz- und Organisationsentwicklung sowie Gender Equality Labs, die einen branchenweiten Austausch fördern.

Eine begleitende wissenschaftliche Untersuchung wird die Wirksamkeit von Coaching und der langfristigen Begleitung der Frauen messen. Aktuell stellen Frauen über 60% der Beschäftigten im Tourismus, verdienen jedoch im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen oft weniger und sind in Führungspositionen unterrepräsentiert. Mangelnde Transparenz bei Gehältern und strukturelle Hürden im Recruiting werden als bedeutende Probleme identifiziert, die es zu lösen gilt.

Der Gender Pay Gap als zentrale Herausforderung

Ein zentraler Aspekt, der im Zusammenhang mit der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt betrachtet werden muss, ist der Gender Pay Gap. Dieser variiert je nach Einkommensverteilung, Beschäftigungssektoren und Anforderungsniveau. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes betrug der Gender Pay Gap 2023 durchschnittlich 18% (2020 waren es 18%). Dies bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt deutlich weniger verdienen als Männer. Bei hohem Anforderungsniveau lag der Gap bei 20,9%, während er bei mittlerem und niedrigem Anforderungsniveau 16,1% bzw. 9,9% betrug.Bundesstiftung Gleichstellung berichtet, dass rund 6,5% der Differenz der Bruttostundenlöhne zwischen männlichen und weiblichen Fachkräften auf diesen Gender Pay Gap zurückzuführen ist.

Um dem Gender Pay Gap entgegenzuwirken, ist es wichtig, die verschiedenen Mechanismen zu verstehen, die hinter dieser Diskrepanz stecken. Barrieren, die Frauen von Führungspositionen abhalten, manifestieren sich häufig in der Form der „gläsernen Decke“, während Frauen in Hilfstätigkeiten größere Schwierigkeiten haben, aus dem Niedriglohnsektor aufzusteigen, ein Phänomen, das als „klebrige Böden“ bekannt ist. Politische und unternehmerische Lösungen müssen gezielt auf diese unterschiedlichen Mechanismen eingehen.

Das Projekt „Lead³“ zielt darauf ab, Gleichstellung nicht nur als gesellschaftliches, sondern auch als wirtschaftliches Ziel in der Tourismusbranche zu verankern. Durch die Entwicklung konkreter Handlungsoptionen für Unternehmen sollen nicht nur die Karrierechancen für Frauen verbessert werden, sondern auch eine nachhaltige Veränderung hin zu einer gerechteren Arbeitswelt mit mehr Transparenz und Chancengleichheit gefördert werden.

Quellen: