Schmerzliche Rückkehr: Deutsche Wurzeln in Kaliningrad entdecken

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Die Dokumentation folgt Klaus Bednarz auf einer Reise durch Ostpreußen, thematisiert deutsche Kultur und persönliche Schicksale nach 1945.

Die Dokumentation folgt Klaus Bednarz auf einer Reise durch Ostpreußen, thematisiert deutsche Kultur und persönliche Schicksale nach 1945.
Die Dokumentation folgt Klaus Bednarz auf einer Reise durch Ostpreußen, thematisiert deutsche Kultur und persönliche Schicksale nach 1945.

Schmerzliche Rückkehr: Deutsche Wurzeln in Kaliningrad entdecken

Am 7. Februar 2026 wird in einer neuen Dokumentation der zweite Teil einer Fernsehreise von WDR-Journalist Klaus Bednarz aus dem Jahr 1994 ausgestrahlt. Diese Reise führt durch den nordwestlichen Teil des ehemaligen Ostpreußens, den heutigen Kaliningrad, und verfolgt die Spuren der deutschen Kultur und Vergangenheit, die durch den Krieg und die Vertreibung geprägt sind. Die Dokumentation thematisiert die Beziehung der gegenwärtigen Bewohner zu ihrem deutschen Erbe sowie zu den deutschen Migranten.

Bednarz besucht Orte wie die Kurische Nehrung und trifft auf verschiedene Menschen, die einen Bezug zur Geschichte der Region haben. Zu den Interviewpartnern gehören sowohl Künstler als auch Landarbeiter aus Tharau. Zudem wird die Perspektive von Heimwehtouristinnen und einer russischen Bäuerin mit ihrer Tochter vorgestellt, die sich eine Unterstützung von deutscher Seite erhoffen. Ein besonders spannender Diskussionspunkt ist die Vertreibung der Deutschen, die auch unter den russischen Studierenden an der Universität Albertina in Königsberg thematisiert wird. Eine öffentliche Stimme in der Dokumentation ist der Kommandeur einer Marineeinheit in Königsberg.

Erinnerungen an die Vertreibung

Parallel zur dokumentarischen Reise wird die Geschichte von Anna Buttkus thematisiert, die zwischen 1947 und 1948 in ihrem Tagebuch über ihr Familienleben und ihre Flucht schreibt. Nach ihrer Flucht aus Westpreußen kehrt sie zurück nach Ostpreußen, wo sie als einzige Überlebende ihrer Familie zurückbleibt. Ihre Erfahrungen sind von Trauer geprägt, da sie zwischen 1941 und 1945 ihre Eltern, beider Söhne und ihren Mann verliert.

Der dramatische Teil ihrer Geschichte beginnt 1947 mit der Deportation auf eine Kolchose bei Königsberg, wo sie als Haushälterin und Landarbeiterin arbeiten muss. In ihren Tagebucheinträgen reflektiert Anna den Verlust und die Einsamkeit, während sie in der Heimat ihrer Vorfahren lebt, sich jedoch als fremd empfindet. Sie verfasst ein Gedicht mit den Zeilen: „Die Kraniche ziehen klagend heimwärts“, das ihren Abschied und die Trauer über den Verlust beschreibt. Nach anderthalb Jahren auf der Kolchose wird sie schließlich nach Deutschland ausgesiedelt und findet dort bei ihrer Schwester Berta eine neue Bleibe. Anna Buttkus lebt bis zu ihrem Tod im Jahr 1982 im Kreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Die Flucht von Millionen

Die vertiefende Aufarbeitung der Fluchtgeschichten zeigt, dass Anna Buttkus nicht alleine ist. Millionen Deutsche mussten 1945 ihre Heimat verlassen, was die Geschichte des Landes prägte. Wie in der Dokumentation deutlich wird, erlebten Flüchtlinge wie Ingrid van Bergen und Eva-Maria Hagen ähnliche Schicksale. Ingrid, die mit ihrer Familie vor der Roten Armee flieht, und Eva-Maria, die mit ihrer Familie aus Pommern zwangsumgesiedelt wird, machen beide die schrecklichen Umstände ihrer Flucht durch. Ihre Schilderungen, die von Hunger, Kälte und Diskriminierung als Flüchtlinge geprägt sind, decken sich mit der Realität vieler Vertriebener dieser Zeit.

Die Dokumentation von WDR und die Aufzeichnungen von Anna Buttkus sind bedeutende Zeugnisse, die nicht nur die persönlichen Geschichten der Betroffenen festhalten, sondern auch einen Teil der europäischen Geschichte reflektieren. Die Übergabe von Anna Buttkus‘ Tagebuch und weiteren Unterlagen an das Dokumentationszentrum zeigt, dass das Gedenken und die Auseinandersetzung mit diesen schwierigen Themen von großer Bedeutung sind. Die Erinnerungen an Vertreibung und Verlust werden somit weiterhin wachgehalten und bieten einen tiefen Einblick in die menschlichen Schicksale, die hinter den historischen Ereignissen stehen.

Die Dokumentation ist ein wichtiges Medium, um die Vergangenheit zu bewahren und die fortdauernde Suche nach Identität und Versöhnung zu thematisieren. Weitere Informationen sind in der Dokumentation zu finden: ARD Mediathek und in den Unterlagen von Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

Quellen: