Tourismus in Norddeutschland: Gastgewerbe jubelt, Reisewirtschaft kämpft!

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Der Konjunkturindex zeigt unterschiedliche Trends im norddeutschen Tourismus: Gastgewerbe optimistisch, Reisewirtschaft besorgt.

Der Konjunkturindex zeigt unterschiedliche Trends im norddeutschen Tourismus: Gastgewerbe optimistisch, Reisewirtschaft besorgt.
Der Konjunkturindex zeigt unterschiedliche Trends im norddeutschen Tourismus: Gastgewerbe optimistisch, Reisewirtschaft besorgt.

Tourismus in Norddeutschland: Gastgewerbe jubelt, Reisewirtschaft kämpft!

Der Konjunkturklima-Index der norddeutschen Tourismuswirtschaft zeigt aktuell ein gemischtes Bild. Während das Gastgewerbe in Norddeutschland optimistisch in die Zukunft blickt, herrscht in der Reisewirtschaft Besorgnis. Der Index stieg im Gastgewerbe um 16 Punkte auf 99, während er in der Reisewirtschaft um sechs Punkte auf 102 fiel. Diese Ergebnisse stammen aus der Umschau, in der mehr als 500 Betriebe der IHK Nord befragt wurden.

Besonders auffällig ist, dass 39% der Gastgewerbebetriebe ihre aktuelle Lage als gut bewerten, während nur 18% sich pessimistisch äußern. Dennoch erwarten nur 13% eine Verbesserung in den kommenden Monaten, was auf eine vorsichtige Stimmung in der Branche hinweist. Zudem rechnen 33% mit einer Verschlechterung der Lage.

Risiken für das Gastgewerbe

Die größten Risiken für das Gastgewerbe sehen die Betriebe in den steigenden Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreisen (74%), gefolgt von hohen Arbeitskosten (72%) und Personalmangel (52%). Auch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (50%) und eine schwache Inlandsnachfrage (38%) stellen Herausforderungen dar. Es ist bemerkenswert, dass die Umfrage zu einem Zeitpunkt stattfand, als die Senkung der Mehrwertsteuer im Gastrobereich noch nicht beschlossen war.

Die IHK Nord erkennt positive Entwicklungen im Gastgewerbe, fordert jedoch dringend Erleichterungen wie eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Diese Forderung wird von der Gewerkschaft NGG kritisiert, die die Lockerung des Arbeitszeitgesetzes als gesundheitliche Gefahr für die Arbeitnehmer einstuft. Für das Gastgewerbe, das Beherbergung und Gastronomie umfasst und oft unter der Bezeichnung HoReCa zusammengefasst wird, sind diese Debatten von hoher Relevanz.

Herausforderungen in der Reisewirtschaft

In der Reisewirtschaft bewerten 38% der befragten Unternehmen ihre Lage als gut, während 10% sich pessimistisch äußern. Daraus ergibt sich ein besorgniserregendes Bild, da 33% der Betriebe eine Verschlechterung der Geschäftslage erwarten und nur 15% eine Verbesserung sehen. Die größten Risiken für diese Branche sind ebenfalls die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (55%) und die Inlandsnachfrage (45%).

Die Stimmungslage in der norddeutschen Tourismuswirtschaft hat sich zudem nach einer ursprünglich guten Sommersaison verschlechtert. Diese Entwicklung stimmt nachdenklich, da die Erwartungen für die kommende Saison sowohl von Gastgewerbe als auch von Reisewirtschaft negativer eingeschätzt werden als im Frühjahr 2023.

Zukunftsausblick und Unterstützung

Die Tourismuskonjunkturumfrage der IHKs in Norddeutschland zeigt, dass die Branche unter erheblichem Druck steht. Um die Erholung zu unterstützen, werden verschiedene Maßnahmen empfohlen, darunter Kostenentlastungen im Bereich Energie und Lebensmittel sowie ein Bürokratieabbau. Die ständige Stärkung der kommunalen Investitionsfähigkeit ist ebenfalls wichtig, da eine stabile Tourismuswirtschaft nicht nur Arbeitsplätze sichert, sondern auch zur Stärkung der Innenstädte beiträgt und Investitionen fördert.

Quellen: