Trinkgelder auf Kreuzfahrtschiffen sorgen für kontroverse Diskussionen unter Passagieren, insbesondere bei der beliebten Reederei AIDA. Die Regelungen dazu sind oft unklar, und viele Gäste fragen sich, ob und in welcher Höhe sie zusätzlich Trinkgeld geben sollten. Laut Saarbrücker Zeitung ist Trinkgeld bei den meisten Reedereien, darunter AIDA, TUI Cruises, MSC, Costa und Hurtigruten, im Reisepreis enthalten. Dennoch gibt es unter den Reisenden unterschiedliche Meinungen, insbesondere in sozialen Medien und Internetforen.
Die Diskussion über Trinkgelder ist besonders ausgeprägt in der Facebook-Gruppe „AIDA Insider“. Hier kommt es immer wieder zu hitzigen Debatten, die oft von Missverständnissen über die inkludierten Servicepauschalen geprägt sind. AIDA selbst betont, dass die Servicepauschale alle Serviceleistungen abdeckt und keine Verpflichtung zur Zahlung von zusätzlich Trinkgeld besteht. Dennoch fühlen sich viele Gäste unsicher im Umgang mit diesem Thema. Laut nadr.de empfinden einige Passagiere es als ungerecht, den Crewmitgliedern zusätzliches Trinkgeld zu geben.
Praktische Tipps für Trinkgelder
<pFür Gäste, die dennoch Trinkgeld geben möchten, gibt es einige bewährte Tipps. Die AIDA-Website legt nahe, Bargeld bereitzuhalten, um Trinkgelder in bar oder über das Bordkonto zu geben. Erfahrungswerte bei freiwilligen Trinkgeldern liegen zwischen 10 und 20 Euro pro Woche und Person für das Kabinenpersonal, während für das Bar- und Servicepersonal 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrags als Trinkgeld üblich sind. Für das Ausflugspersonal werden 1 bis 5 Euro pro Ausflug empfohlen. Diese Trinkgelder landen oft in sogenannten „Crew-Pools“ und kommen nicht immer direkt den einzelnen Mitarbeitenden zugute.
Die Diskussion über Trinkgelder greift auch gesellschaftliche Themen auf, wie Wertschätzung und Gerechtigkeit. Kritiker hinterfragen die Notwendigkeit von Trinkgeldern zur Aufbesserung der Löhne der Crewmitglieder. Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm aus dem Jahr 2024 müssen automatisch berechnete Trinkgelder im Gesamtpreis angegeben werden, während Zwangstrinkgelder rechtlich unzulässig sind. Ein weiteres Urteil des OLG Schleswig aus dem Jahr 2018 unterstreicht diese Position.
Fazit
<pLetztlich zeigt sich, dass das Thema Trinkgeld auf AIDA-Kreuzfahrten ein Spannungsfeld ist, das viele Passagiere verwirrt und zu hitzigen Debatten führt. Während einige Passagiere bereitwillig Trinkgeld geben möchten, sind andere skeptisch gegenüber den Gepflogenheiten. Eine klare Kommunikation seitens der Reederei könnte helfen, die Unsicherheiten zu beseitigen und ein einheitlicheres Verständnis für das Thema zu schaffen.